Von Stefan Kruse, Michael Fischer
Berlin - Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) ist in Berlin nicht immer in der Dienstlimousine unterwegs. "Ich fahre nach wie vor hin und wieder mit der S-Bahn", sagte er auf einer gemeinsamen Wahlkampfveranstaltung mit der Berliner CDU in der Parteizentrale in Berlin.
"Es gibt viele Menschen in meinem Umfeld, die das nicht so gerne mögen", fügte er hinzu. "Aber ich mag das hin und wieder."
Die Linien S1, S2, S25 führten ihn zum Ziel, schilderte Merz. "Und dann steige ich aus der S-Bahn am Pariser Platz aus, gehe durch das Brandenburger Tor."
Er nehme bewusst einen kleinen Umweg in den Bundestag und gehe, wenn Zeit sei, noch an einer kleinen Plakette zu Ehren des früheren US-Präsidenten Ronald Reagan auf der Westseite des Brandenburger Tors vorbei.
"Und wenn es dann morgens so früh ist, dass noch nicht ganz so viel Verkehr ist, dann genieße ich einfach diesen historischen Ort und bin auch persönlich wirklich voller Dankbarkeit, dass ich heute durch dieses Brandenburger Tor gehen kann und darf", sagte Merz weiter.
Merz' Radius liegt vor allem in Mitte
Er habe schließlich noch erlebt, als dies in der Zeit der deutschen Teilung nicht möglich war.
Merz ergänzte, dass er seit der Wende einige Freunde in Berlin habe. "Ich komme nicht mehr so häufig dazu, sie zu besuchen. Mein Radius ist weitgehend auf den Bezirk Mitte beschränkt."
Dort liegt das Bundeskanzleramt, sein Amtssitz. "Der Tiergarten, den ich auch aus meinem Büro sehe, ist für mich nach wie vor ein Ort, an dem ich gerne laufen gehe. Früher mehr als heute, aber immer noch gerne."