Witzig oder geschmacklos? Die Partei lässt toten Aiwanger wiederauferstehen
Berlin - Darf Satire wirklich alles? Nur kurz nach Bekanntwerden des plötzlichen Todes von Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger (†55) macht sich die Satire-Partei "Die Partei" über Aiwanger lustig - mit einem Post auf Instagram.
Sie lassen den streitbaren Politiker quasi wiederauferstehen. Darin heißt es: "Aiwanger doch nicht tot!", gefolgt von einem "Zitat" Aiwangers im feinsten Bayrisch: "De Berichte san falsch. I leb no. Des war scho wieda bloß mei Bruada."
Eine Anspielung auf den wohl größten Skandal Aiwangers. 2023 wurde die Flugblatt-Affäre öffentlich. Aiwanger soll als Schüler ein antisemitisches und menschenverachtendes Flugblatt verteilt haben.
Der bayerische Wirtschaftsminister distanzierte sich vom Inhalt, bestritt der Verfasser zu sein, räumte aber ein, dass "ein oder wenige Exemplare" des Flugblatts in seiner Schultasche gefunden wurden.
Die Aufregung war groß. Am nächsten Tag dann aber die Wende: Sein älter Bruder räumte ein, das Pamphlet verfasst zu haben, doch die Zweifel blieben.
Jetzt griff "Die Partei" mit ihrem Post den Skandal, den die meisten wohl längst schon wieder vergessen haben, wieder auf. Zum Lachen war allerdings den wenigsten zumute. In den Kommentaren ist von empörten Usern viel von "geschmacklos" und der Aufforderung, den Beitrag zu löschen, zu lesen.
Vermutlich auch, weil sich "Die Partei" keine Zeit ließ, den Post zu verbreiten. Kaum machte die Meldung vom plötzlichen Tod die Runde, veröffentlichte auch schon die Partei etwa eine Stunde später ihren Instagram-Post.
Aiwanger sagte geplante Rede ab
Aiwanger war am Mittwochabend tot in dem Berliner Hotel Neuer Fritz aufgefunden worden. Noch am Nachmittag hätte der 55-Jährige eigentlich bei der Eröffnung eines Hauptstadtbüros der Freien Wähle eine Rede halten sollen.
Er habe sich aber aus gesundheitlichen Gründen abgemeldet und vertreten lassen. Später sei er nicht mehr erreichbar gewesen und schließlich leblos in seinem Zimmer entdeckt worden.
Die Staatsanwaltschaft und die Mordkommission haben noch am Mittwochabend ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet.
"Ziel des Todesermittlungsverfahrens ist es, die konkrete Todesursache und den Hergang des Todes herauszufinden sowie ein mögliches Fremdverschulden auszuschließen", hieß es in einer Mitteilung.
Titelfoto: Lennart Preiss/dpa, Fabian Sommer/dpa

