Kretschmer und Köpping müssen vor Corona-Ausschuss
Dresden - Das wird spannend: Im Corona-Untersuchungsausschuss des Landtags sollen als nächstes Ministerpräsident Michael Kretschmer (51, CDU) und Gesundheitsministerin Petra Köpping (68, SPD) befragt werden. Beide galten in der Pandemie als Maßnahmen-Hardliner.
Die Befragung der beiden sächsischen Corona-Protagonisten geschieht auf Initiative der AfD-Fraktion, auf deren Betreiben der Landtag den Untersuchungsausschuss im Oktober 2024 eingesetzt hatte.
Kretschmer soll sich nach Angaben von AfD-Obmann Thomas Prantl (52) unter anderem zu einer Aussage vom Dezember 2020 äußern. Er habe damals vorgeschlagen, Menschen, die mit der Anordnung einer Quarantäne nicht einverstanden seien, durch polizeiliche Maßnahmen abzusondern, sagte Prantl.
In der letzten Sitzung des Ausschusses war das Protokoll der 91. Sitzung des Corona-Krisenstabes im Dezember 2020 verlesen worden, in dem die Anweisung Kretschmers dokumentiert ist, Quarantäne-Verweigerer "öffentlichkeitswirksam" unterzubringen.
Prantl warf dem Ministerpräsidenten vor, er habe mit seinen Ankündigungen Kritiker abschrecken wollen, die kein Verständnis für die Maßnahmen gehabt hätten.
Bei der Befragung von Gesundheitsministerin Köpping soll der Schwerpunkt auf dem Umgang mit Kindern und Jugendlichen liegen. Auch zur schleppenden Anerkennung von Impfschäden solle sie sich äußern, so Prantl. Die Befragung beider Regierungsmitglieder wird vermutlich Anfang kommenden Jahres stattfinden.
Titelfoto: Sebastian Kahnert/dpa
