Dresden/Leipzig - Der geplante Bau einer Raketen-Fabrik in Sachsen sorgt für viel Unruhe und Widerstand. Ministerpräsident Michael Kretschmer (51, CDU) verteidigt die Ansiedlung von Rüstungsbetrieben.
Der Freistaat könne mit Blick auf seine wirtschaftliche Kraft, die Arbeitslosigkeit und die Lohnstruktur solche Ansiedlungen nicht ausschließen, sagte der Politiker gegenüber SZ und LVZ.
Sachsen sei nicht in der luxuriösen Situation, sagen zu können, dass man auf den Bereich der Verteidigungsindustrie verzichte. "Natürlich muss das sein", so Kretschmer.
Der beste Schutz gegen Russland sei ein Abschreckungsszenario, das einen Angriff auf Europa und Deutschland von vornherein unterbinde, "weil die Reaktion so unmittelbar stattfindet, und zwar mit der Vernichtung von Raketen, die auf uns fliegen", argumentierte der sächsische Landeschef.
Das sei der Grund, warum die Technik dafür hier produziert werden müsse.
Zugleich stellte Kretschmer hinsichtlich des russischen Überfalls auf die Ukraine klar: "Es ist nicht unser Krieg. [...] Wir haben immer gesagt, wir dürfen nicht Kriegspartei werden. Ich würde sagen, wir sind es längst. Das ist ein Riesenfehler."