Von Stefan Heinemeyer
Dresden/Berlin - Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (51, CDU) hält die Beschlüsse der schwarz-roten Koalition in Berlin für unzureichend, um Deutschlands wirtschaftliche Schwäche zu überwinden.
"Das sind nur erste Schritte in die richtige Richtung", sagte Kretschmer der "Welt". "Um eine wirkliche Verbesserung der ökonomischen Situation und einen Stimmungswechsel zu erzeugen, sind wir noch sehr weit weg von einem Maßnahmenpaket, das uns wirklich einen Aufschwung bringt", betonte der CDU-Politiker.
Am Freitag hatte die schwarz-rote Koalition das Spargesetz für die gesetzlichen Krankenkassen und des Gebäudemodernisierungsgesetzes mit neuen Regeln für das Heizen durch Bundestag und Bundesrat gebracht.
Die Koalition plant zudem die Empfehlungen der Rentenkommission komplett umzusetzen. Im Koalitionsausschuss haben sich Union und SPD ferner auf ein Reformpaket mit steuerlichen Entlastungen für kleine und mittlere Einkommen ab 2027 sowie zu Arbeit und Entbürokratisierung verständigt.
"Die Mitte liefert, sie arbeitet und sie erfüllt vor allem den Auftrag aus unserem Grundgesetz", hatte Kanzler Friedrich Merz (70, CDU) am Donnerstag im Bundestag betont.
Kretschmer: Es brauche eine grundlegende Reform
"Es geht etwas. Aber jetzt müssen wir alle miteinander darauf bestehen, dass noch viel mehr gehen muss", mahnte Kretschmer.
Aus seiner Sicht hat die Koalition in Berlin vor allem ein Anpassen der staatlichen Leistungen an die schrumpfende Wirtschaftskraft und zurückgehende Steuereinnahmen beschlossen.
"Aber eine grundlegende Reform, die uns wirklich wettbewerbsfähig und wieder zum Exportweltmeister machen könnte, ist noch nicht angeschoben."
Der Ministerpräsident stellte fest: "Es gelingt in Berlin nicht, die Entscheidungen zu treffen, die notwendig sind."