Stollen, Stern und Staatsvertrag: Was Kretschmers Audienz beim Papst für Sachsen bedeutet

Rom - Privataudienz, Partnerschaftsabkommen, Pizza: Zwei große Sachsen-Delegationen, angeführt vom Ministerpräsident Michael Kretschmer (51, CDU) und dem scheidenden Bischof Heinrich Timmerevers (74) von Dresden-Meißen, weilen derzeit in der Ewigen Stadt Rom.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (51, CD) reiste von Dresden nach Rom.  © Malin Wunderlich/dpa

Papst Leo XIV. empfing am Mittwoch den Protestanten Kretschmer. Zur Audienz begleiteten den Landesvater seine (katholischen) Ministerinnen Constanze Geiert (50, Justiz), Barbara Klepsch (61, Kultur) und Regina Kraushaar (62, Infrastruktur) sowie der Bevollmächtigte des Freistaates, Markus Franke (48).

Der Papst nahm sich 30 Minuten Zeit für seine Gäste aus Sachsen, die ihm einen Christstollen der Konditorei Neubert aus dem Erzgebirge als Geschenk mitgebracht hatten. Das Oberhaupt der Katholischen Kirche freute sich über das süße Backwerk.

Zugleich machte der Papst deutlich, dass er mit Sorge auf Deutschland blickt nach dem Ausgang der letzten Landtagswahlen. Auch der Krieg in der Ukraine und die Entwicklungen im Bereich KI waren Thema.

Michael Kretschmer Nach historischer CDU-Niederlage im Nordosten: Diese Forderung stellt MP Kretschmer jetzt

Kretschmer sagte danach tief bewegt: "Der Heilige Vater denkt weit über die Gegenwart hinaus." Er lobte den Heiligen Stuhl, dass er in schwierigen Zeiten für Verlässlichkeit, menschliche Werte und die Vermittlung zwischen Völkern und Kulturen eintrete. "Dafür bin ich ihm sehr dankbar", so Kretschmer.

Er erneuerte die Einladung des Bundespräsidenten nach Deutschland. Papst Leo XIV. erwägt in den kommenden Jahren einen Besuch.

Anzeige
Papst Leo XIV. (71) beim Handschlag mit Michael Kretschmer (51).  © imago/ZUMA Press
Der Papst empfing Sachsens Regierungschef zu einer Privataudienz. Mit dabei die Ministerinnen Constanze Geiert (50, Justiz, r.), Barbara Klepsch (61, Kultur) und Regina Kraushaar (62, Infrastruktur, 2.v.r.).  © imago/ZUMA Press

Keine persönlichen Geschenke für den Papst

Bei der Übergabe des Herrnhuter Sterns sangen auch vier Dresdner Kapellknaben.  © Sächsische Staatskanzlei

Danach düsten die Delegationen durch Rom von Termin zu Termin: Im Petersdom überreichte Kretschmer einen Herrnhuter Stern dem Sekretär der Dombauhütte.

Der gelbe Papierstern (80 cm Durchmesser) wird ab dem 8. Dezember die Adventskrippe in einem Seitenflügel des Petersdoms schmücken.

Anschließend Pressestatements im Campo Santo Teutonico. Sachsen feiert 2026 das 30-jährige Bestehen seines Staatskirchenvertrags mit dem Vatikan. Weil der Papst persönliche Geschenke nicht mag, gab es sächsische Spenden für Obdachlose (Hygieneartikel, Unterwäsche, Socken made in Sachsen) an die Apostolische Almosenverwaltung. Mittagessen: Pizza-Häppchen im Stehen.

Michael Kretschmer AfD-Beben im Nachbarland: Große Aufregung auch unter Sachsens Politikern

Dann ging es für die Sachsen zur Vertretung ihrer Partnerregion Latium. Die beiden Regionen möchten künftig noch intensiver - speziell auch auf EU-Ebene - zusammenarbeiten in den Bereichen Wissenschaft, Kultur, Verwaltung, Wirtschaft.

Mehr zum Thema Michael Kretschmer: