Kanu-WM: Dresdnerin Steffi bricht hinter Ziellinie in Tränen aus

Steffi Kriegerstein (u.l.) wird von Franziska Weber auf dem Steg getröstet. Tina Dietze und Sabrina Hering drücken sich dahinter.
Steffi Kriegerstein (u.l.) wird von Franziska Weber auf dem Steg getröstet. Tina Dietze und Sabrina Hering drücken sich dahinter.  © Enrico Lucke

Racice - Was für ein Tag für den deutschen Kanusport! Nach zwei Gold- und zwei Silber-Medaillen am Sonnabend gab’s gestern bei der WM im tschechischen Racice gleich drei Mal Gold, je ein Mal Silber und Bronze sowie Emotionen pur! Mittendrin unsere Sachsen!

Als gegen 11.50 Uhr der deutsche Damen-Vierer nach 500 Metern die Ziellinie als Zweiter hinter Ungarn und vor Neuseeland überquerte, brachen die Tränen aus Steffi Kriegerstein heraus. Im Frühjahr hatte sie einen schweren Schicksalsschlag hinnehmen müssen, ihr Vater war überraschend gestorben. Auf dem Steg angekommen tröste Team-Kollegin Franziska Weber (Potsdam) die Dresdnerin.

„Nach so einer Scheißsaison bedeutet dieses Silber alles für mich. Dieses Happyend habe ich mir so gewünscht“, so die 24-Jährige: „Wenn eine Person mehr da gewesen wäre, wäre es noch besser. Franzi sagt immer, dass er in Gedanken bei mir ist. Das bedeutet mir viel.“

„Nach so einer Scheißsaison bedeutet dieses Silber alles für mich", erklärt Kriegerstein.
„Nach so einer Scheißsaison bedeutet dieses Silber alles für mich", erklärt Kriegerstein.  © Lutz Hentschel

Bundestrainer Kay Vesely freute sich für Kriegerstein & Co.: „Mit Steffis Vorgeschichte haben wir das Optimalste rausgeholt.“ Immerhin fuhren die Olympia-Zweiten von Rio bei der WM ertsmals wieder in dieser Besetzung.

Nach den Damen hatten die Herren ihren großen Auftritt über die 500 m, mit im Boot Einer-Weltmeister Tom Liebscher. Nach dem Überraschungs-Triumph des Dresdners am Vortag wurde der Vierer unter den Augen von Dresdens OB Dirk Hilbert seiner Favoritenrolle gerecht - Sieg in Weltrekordzeit von 1:17.734 Minuten.

„Bei 170 Metern haben wir gesagt: Lasst die Kuh fliegen“, so Tom. Nach dem Olympiasieg im Vorjahr über 1000 m krönte sich der 24-Jährige nun zum Doppelweltmeister: „Ich habe die Zuschauer heute mehr gespürt, es ist cool. Der OB war vorm Rennen in der Bootshalle. Und es hat schon geholfen, wenn 200 Fans im Rücken sind.“

Der Dresdner Tom Liebscher freut sich über Gold: „Das habe ich mir so gewünscht!“
Der Dresdner Tom Liebscher freut sich über Gold: „Das habe ich mir so gewünscht!“  © DPA

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