Tierheime in Brandenburg am Limit: Finanzielle Dreifachbelastung und Platzmangel

Brandenburg - Aufgrund der Corona-Pandemie sind die Tierheime komplett belegt, wie Tierschützer bereits seit Monaten mahnen. Zudem bringt die Energiekrise die Aufnahmestellen noch zusätzlich an ihre Grenzen.

Durch unüberlegte Anschaffungen von Haustieren während der Corona-Pandemie geben immer mehr Menschen ihre Vierbeiner ab. (Archivbild)
Durch unüberlegte Anschaffungen von Haustieren während der Corona-Pandemie geben immer mehr Menschen ihre Vierbeiner ab. (Archivbild)  © Christoph Schmidt/dpa

Die Tierheime in Brandenburg haben kaum noch Geld und Kapazitäten, um Tiere aufzunehmen.

Wie der Vorsitzende des Landestierschutzverbandes Brandenburg, Rico Lange, in Jessen mitteilte, leiden die Tierheime momentan unter einer finanziellen Dreifachbelastung: Der Mindestlohn sei gestiegen, die Energiekosten ebenfalls und mit der Anpassung der Gebührenordnung zum 22. November kosten auch Behandlungen beim Tierarzt mehr.

"Das ist sicherlich wichtig, kommt aber zu einem denkbar ungelegenen Zeitpunkt, weil die Tierheime dadurch noch mehr Kosten decken müssen", sagte Lange.

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Viele Menschen hätten sich während der Corona-Zeit unüberlegt Tiere angeschafft – und geben sie nun ins Tierheim, schilderte Lange. Manche Einrichtungen in Brandenburg hätten zusätzlich Katzen und Hunde aus der Ukraine aufgenommen, deren Zuhause zerstört oder deren Besitzer nicht aufzufinden waren.

Die Katzenzimmer sind voll: Kastrationen kosten viel Geld

Momenten befinden sich um die 300 Katzen in Brandenburgs Tierheimen. (Archivbild)
Momenten befinden sich um die 300 Katzen in Brandenburgs Tierheimen. (Archivbild)  © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

Gerade für Katzen gebe es momentan kaum noch Aufnahmekapazitäten in den Tierheimen, sagte der Vorsitzende des Landestierschutzverbandes Brandenburg. Wegen Problemen mit Fördergeldern im vergangenen Jahr seien weniger Katzen kastriert worden und hätten sich stärker vermehrt.

"Wir haben Anfragen ohne Ende. Unsere Katzenzimmer sind alle voll", berichtet etwa die Vorsitzende des Tierheims Falkensee in Dallgow-Döberitz (Kreis Havelland), Heike Wegner. Auch finanziell werde es eng. "Bei den Sachspenden bekommen wir noch recht viel, Geldspenden nehmen gerade ab." Und die Unterstützung durch die Kommunen reiche bei weitem nicht aus, erst recht nicht für Kastrationen.

"Wir haben momentan um die 300 Katzen und es hört nicht auf", schildert Simone Herrmann von der Tierschutzliga. "Und wenn man dann 70.000 Euro für Kastrationen ausgibt und vom Land Brandenburg nur 3000 Euro dafür bereitgestellt werden, reicht das hinten und vorne nicht."

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Wie ein Sprecher des Verbraucherministeriums mitteilte, gibt es seit vergangenem Jahr eine jährliche Förderung von rund 51.000 Euro bei der Katzenkastration – allerdings gilt die für das gesamte Land Brandenburg.

Die Energiekrise könnte dazu führen, dass noch mehr Tiere abgegeben werden

"Daneben bräuchten wir dringend einen Energiekostenausgleich für die Tierheime in Brandenburg", forderte der Vorsitzende des Landestierschutzverbandes Brandenburg im Hinblick auf die steigenden Kosten. Das Tierheim Falkensee beispielsweise rechnet nächstes Jahr mit rund 26.000 Euro Energiekosten, doppelt so viel wie dieses Jahr.

Noch werden kaum Haustiere wegen der Energiekrise abgegeben. Doch das werde sich wohl noch ändern, befürchtet Lange. "Die sinkende Spendenbereitschaft ist immer das erste Anzeichen."

Womöglich können sich manche ihre Haustiere schon bald nicht mehr leisten.

Titelfoto: Christoph Schmidt/dpa

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