Kinderpornografie im Darknet: Plattform-Verantwortliche festgenommen!

Bamberg - Unzählige Fotos und Videos, Chats, Postings: Bayerische Ermittler haben nicht nur drei Kinderpornografie-Plattformen im Darknet stillgelegt - auch Verdächtige im In- und Ausland konnten festgenommen werden.

Drei Darknet-Plattformen konnten von den Beamten im Zuge der Ermittlungen stillgelegt werden. (Symbolbild)
Drei Darknet-Plattformen konnten von den Beamten im Zuge der Ermittlungen stillgelegt werden. (Symbolbild)  © Julian Stratenschulte/dpa

Den Beamten ist ein Schlag gegen Betreiber von internationalen Kinderpornografie-Plattformen im Darknet gelungen. In den USA, in Großbritannien und in Deutschland seien mehrere Verdächtige festgenommen worden, teilten das Bayerische Landeskriminalamt (BLKA) und die Zentralstelle Cybercrime in Bamberg am Freitag mit.

Sie sollen als Administratoren, Programmierer oder Moderatoren der Plattformen tätig gewesen sein.

Drei Darknet-Plattformen seien stillgelegt worden. Auf den Plattformen seien mehrere Tausend Nutzer aus dem In- sowie dem Ausland aktiv gewesen.

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Sie verbreiteten dort demnach monatlich mehr als 20.000 kinderpornografische Bilder und Videos und veröffentlichten 120.000 Postings.

"Die Täter müssen auch in diesem Bereich damit rechnen, überführt und zur Verantwortung gezogen zu werden. Auch das Darknet ist kein rechtsfreier Raum", sagte LKA-Präsident Harald Pickert.

Die Ermittlungen begannen bereits im Jahr 2019. Im Rahmen der Auswertung von sichergestellten Beweismitteln konnten die bayerischen Ermittler Bezüge in die USA, nach Großbritannien sowie nach Australien herstellen.

Um gemeinsam gegen die Verantwortlichen zu ermitteln, gab es ein Treffen der internationalen Experten in München.

Mehr als 800.000 kinderpornografische Bilder und Videos bei Mann aus Schwaben gefunden

Mehr als 800.000 kinderpornografische Dateien wurden auf dem Computer eines Mannes aus Schwaben entdeckt. (Symbolbild)
Mehr als 800.000 kinderpornografische Dateien wurden auf dem Computer eines Mannes aus Schwaben entdeckt. (Symbolbild)  © Nicolas Armer/dpa

In Deutschland wurde Anfang November 2022 in Bonn ein Tatverdächtiger festgenommen. Der 22 Jahre alte Mann soll als Moderator einer Plattform tätig gewesen sein. Er sitzt derzeit in U-Haft.

Ihm werde unter anderem die bandenmäßige Zugänglichmachung kinderpornografischer Inhalte in einer Vielzahl von Fällen vorgeworfen, hieß es.

Dieses Verfahren werde von der Zentral- und Ansprechstelle Cybercrime in NRW geführt.

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Der Bamberger Oberstaatsanwalt Thomas Goger, Leiter des Zentrums zur Bekämpfung von Kinderpornografie und sexuellem Missbrauch im Internet, das bei der Zentralstelle Cybercrime angesiedelt ist, sagte, LKA und die Spezial-Staatsanwaltschaft hätten entsprechend akribisch ermittelt und einen langen Atem bewiesen.

Es seien darüber hinaus auch zahlreiche Nutzer der Plattformen identifiziert worden.

So habe man bereits im Mai 2021 einen Mann aus Schwaben festnehmen können. Bei ihm seien mehr als 800.000 kinderpornografische Bilder und Videos gefunden worden.

Das Strafverfahren dauere an, teilten LKA und Zentralstelle weiter mit.

Titelfoto: Julian Stratenschulte/dpa

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