Massive Probleme bei Go-Ahead: Verkehrsminister fordert zügige Nachbesserung

Augsburg - Angesichts der weiter massiven Probleme beim Eisenbahnunternehmen Go-Ahead in Schwaben drängt nun Verkehrsminister Christian Bernreiter (58, CSU) im Sinne der Fahrgäste auf eine schnelle Verbesserung der Situation.

Das Eisenbahnunternehmen Go-Ahead hat Probleme. (Archivbild)
Das Eisenbahnunternehmen Go-Ahead hat Probleme. (Archivbild)  © Fabian Sommer/dpa

"Es ist schlichtweg inakzeptabel, dass fabrikneue Schienenfahrzeuge nicht wintertauglich sind und bei Minusgraden auf offener Strecke liegen bleiben", sagte er am Dienstag entsprechend.

Die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) führe bereits Krisengespräche mit den Beteiligten. Die BEG plant, finanziert und kontrolliert den Regional- und S-Bahn-Verkehr im Auftrag des Freistaates.

Aufgrund bislang noch nicht abschließend geklärter Mängel sei allerdings aktuell nur rund die Hälfte der insgesamt 56 Go-Ahead-Fahrzeuge einsatzfähig. Die BEG unterstütze Go-Ahead kurzfristig gemeinsam mit anderen Eisenbahnverkehrsunternehmen, um Ersatz für defekte Siemens-Züge zu beschaffen.

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"Leider gab es in den vergangenen Jahren überall in Deutschland immer wieder technische Probleme bei Neufahrzeugen", sagte Bernreiter und kritisierte: "Das wächst sich zunehmend zu einem strukturellen Problem der gesamten Branche aus, was am Ende die Fahrgäste ausbaden müssen."

Als "völlig inakzeptabel" bezeichnete Bernreiter zudem die Fahrgastinformation von Go-Ahead. "Weder in den Zügen noch auf den digitalen Informationskanälen erhielten die Fahrgäste zuverlässige Informationen." Bei den niedrigen Temperaturen sei das ein besonderes Ärgernis. Im Rahmen des Qualitätsmesssystems drohten Go-Ahead für die Versäumnisse Strafzahlungen.

Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (58, CSU) setzt sich für eine Verbesserung der Lage ein.
Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (58, CSU) setzt sich für eine Verbesserung der Lage ein.  © Matthias Balk/dpa

Die weiß-blauen Züge des Eisenbahnbetreibers Go-Ahead starteten zum Fahrplanwechsel am 11. Dezember dieses Jahres im Raum Augsburg, unter anderem auf der Strecke nach München. Bereits seit Dezember 2021 ist Go-Ahead den Angaben nach in Bayern für die Regionalzuglinien im E-Netz Allgäu zwischen München und Lindau verantwortlich. Dort habe sich der Betrieb nach kleineren Startschwierigkeiten relativ schnell stabilisiert, so das Ministerium.

Titelfoto: Fabian Sommer/dpa

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