Bistum Paderborn: Finanzexperte sieht "erhebliche Risiken" für die Zukunft

Paderborn - Das Erzbistum Paderborn hat dank anziehender Konjunktur in der Corona-Pandemie und mehr Kirchensteuer-Einnahmen 2021 einen Überschuss erwirtschaftet.

Paderborn zählt zu den wohlhabendsten katholischen Bistümern in Deutschland.
Paderborn zählt zu den wohlhabendsten katholischen Bistümern in Deutschland.  © Bernd Thissen/dpa

Unterm Strich machte das Erzbistum im vergangenen Jahr ein Plus von 24 Millionen Euro. Dank einer aufgelösten Corona-Rücklage lag der Überschuss sogar bei 32,5 Millionen Euro, wie das Erzbistum am Mittwoch mitteilte.

Die Summe wurde komplett ausgeschüttet: So fließen zusätzlich zu den Zuwendungen 13 Millionen an die rund 600 Kirchengemeinden. Das entspricht 4,50 Euro pro Gemeindemitglied. Die Einnahmen durch die Kirchensteuer stiegen um 6,3 Prozent auf 431 Millionen. Die Personalkosten kletterten um 4,7 Prozent auf 225 Millionen Euro.

Bei der Bilanzsumme legte das Erzbistum Paderborn um knapp 2 Prozent von 4,66 auf 4,75 Milliarden Euro zu. Hinzu kommen noch die Finanzen des erzbischöflichen Stuhls mit rund 2,7 Milliarden Euro, die bereits Ende August veröffentlicht wurden.

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Damit zählt das Erzbistum Paderborn noch vor Köln und mit München und Freising zu den wohlhabendsten Bistümern in Deutschland. Die Zahl der Kirchenmitglieder ging 2021 von 1,44 auf 1,41 Millionen zurück - Paderborn ist damit weiterhin die sechstgrößte deutsche Diözese.

Finanzexperte sieht erhebliche Risiken für die Zukunft

Für das laufende Jahr rechnet Diözesanökonom Dirk Wummel erneut mit einem leichten Anstieg der Kirchensteuern um etwa zwei Prozent. Auch beim Überschuss geht er von einem Wert wie 2021 aus.

Allerdings sieht der Finanzexperte erhebliche Risiken. Sollte es wegen der steigenden Energiekosten, Änderungen bei der Steuergesetzgebung oder hohen Baukosten (plus 20 Prozent) zu Bilanzverlusten kommen, könnten diese nicht mehr durch eine Corona-Rücklage ausgeglichen werden.

Ab 2023 geht Wummel von einem Rückgang der Kirchensteuern wegen der Kirchenaustritte und des demografischen Wandels aus. Bislang wurden diese Kennzahlen immer durch gute Wirtschaftsdaten ausgeglichen.

Originalmeldung: 28. September, 7.25 Uhr; zuletzt aktualisiert: 28. September, 13.33 Uhr

Titelfoto: Bernd Thissen/dpa

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