Nach Blitzeis-Alarm in NRW: Zahlreiche Unfälle, Streuwagen kippt um

Köln – Minusgrade und Glätte haben NRW seit einigen Tagen fest im Griff. Vielerorts kam am gestrigen Sonntagabend Blitzeis hinzu. Städte begannen in der Nacht mit der Gefahrenabwehr.

Auch in Köln wagten sich am Abend nur noch wenige Menschen vor die Tür.
Auch in Köln wagten sich am Abend nur noch wenige Menschen vor die Tür.  © Roberto Pfeil/dpa

Bereits am Sonntagabend zeichnete sich ab, dass die Straßen über Nacht spiegelglatt werden würden. Auch am Montagmorgen nahm der sogenannte "Eisregen" nicht ab und sorgte in Düsseldorf dafür, dass die Schulen am Montag geschlossen bleiben. Kindergärten könnten beziehungsweise sollten ihren Betrieb einstellen, so die Landeshauptstadt.

Das Schulministerium NRW hat für Situationen dieser Art beschlossen, dass Eltern am Montagmorgen selbst entscheiden können, ob der Schulweg für ihre Kinder zumutbar ist. In diesem Fall ist die betreffende Schule zu informieren. Denn ein Notbetrieb ist auch für Schulen eine Verpflichtung.

Am frühen Montagmorgen warnte der Deutsche Wetterdienst (DWD) weiterhin vor Eisregen. Insbesondere am Vormittag müssten Verkehrsteilnehmer sowie der Schienenverkehr mit Beeinträchtigungen und Unfallgefahr rechnen, schreibt es der DWD.

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"Trotz deutlicher Milderung aufgrund der gefrorenen Böden zumindest gebietsweise nur zögerlich nachlassende Glatteisgefahr", heißt es. Ab dem Mittag könne sich die Situation beruhigen und es werde wärmer.

Am Dienstag erwarte man bereits eine Höchsttemperatur von 8 bis 12, in den Gipfellagen bis 7 Grad.

In Düsseldorf bleiben die Schulen geschlossen

AWB Köln streut seit den frühen Morgenstunden

In Bonn waren ganze Autos unter einer Eisschicht gefangen.
In Bonn waren ganze Autos unter einer Eisschicht gefangen.  © Feuerwehr Bonn

Auch Köln bereitete sich am Sonntagabend auf das drohende Glatteis auf den Straßen vor.

Ab 18 Uhr hielten sich 50 Fahrzeuge der Abfallwirtschaftsbetriebe Köln (AWB) bereit, um alle verkehrswichtigen Straßen zu streuen. Seit 4 Uhr am heutigen Morgen sind 270 Mitarbeitende mit insgesamt 90 Fahrzeugen im Einsatz, um die Domstadt eisfrei zu machen.

Ein Hinweis der AWB: "Für Gehwege sind in der Regel Grundstückseigentümer verantwortlich."

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Am Vormittag ergänzte die Stadt Köln in einer Schnellmeldung: "Aufgrund von Glatteisbildung und Frost in den Böden, sind alle Sportanlagen der Stadt Köln am Montag, 19. Dezember 2022, gesperrt."

In Bonn hatte man am Morgen ebenfalls mit dem zu Eis gefrorenen Regen zu kämpfen. "In den vergangenen 10 Stunden wurde der Rettungsdienst der Bundesstadt Bonn zu 24 chirurgischen Notfällen gerufen, die im Wesentlichen auf Stürze auf dem glatten Untergrund zurückzuführen sind", hieß es seitens der Feuerwehr.

Auch dort ist der Winterdienst von "BonnOrange" im Einsatz, um Hauptverkehrsstraßen, Zufahrten zu Krankenhäusern und die Zuwegungen und Flächen auf den Feuerwachen abzustreuen.

In Köln macht man sich aus dem Glatteis einen Spaß

Streuwagen kippt um, etliche Leichtverletzte

Der Winterdienst war in der Nacht auf Montag im Dauereinsatz.
Der Winterdienst war in der Nacht auf Montag im Dauereinsatz.  © Gianni Gattus/Blaulicht Aktuell Solingen/dpa

Die Polizei im Rhein-Erft-Kreis vermeldete mehr als 40 Unfälle. Im Bereich Paderborn waren es gut 60 und im Kreis Siegen-Wittgenstein rund 70 Glätteunfälle.

Bei Münster erlitt ein Mann schwere Verletzungen, als er mit seinem Auto von der glatten Straße abkam und gegen einen Baum prallte.

In Meinerzhagen (Märkischer Kreis) kippte ein Streuwagen um, wie die Polizei mitteilte. Der Fahrer wurde leicht verletzt. In Kierspe (Märkischer Kreis) rutschte ein Autofahrer beim Aussteigen aus, nachdem er mit seinem Auto gegen eine Mülltonne geprallt war.

In der Bilanz zählte die Polizei in dem Kreis etwa 20 Unfälle wegen Glätte.

Originalmeldung: 9.27 Uhr, zuletzt aktualisiert: 19.40 Uhr

Titelfoto: Gianni Gattus/Blaulicht Aktuell Solingen/dpa

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