Holzwurm frisst sich durch historische Gebäude: Häuser müssen saniert werden

Mechernich - Im LVR-Freilichtmuseum Kommern im Kreis Euskirchen ist der Holzwurm am Werke - und zwar im großen Stil: Sieben historische Gebäude sind derart stark befallen, dass sie saniert werden müssen.

In den Holzbalken des Gebäudes hat sich der Holzwurm breitgemacht.
In den Holzbalken des Gebäudes hat sich der Holzwurm breitgemacht.  © Oliver Berg/dpa

"Die Statik ist zwar noch nicht in Gefahr, aber es sind auch tragende Teile betroffen, sodass wir handeln müssen", sagte Museumsdirektor Carsten Vorwig der Deutschen Presse-Agentur.

Ein Holzwurm-Befall könne bei Gebäuden aus Holz immer mal passieren. Die Larven des Käfers fressen sich durch das Holz und "bohren" so Gänge. Im Laufe der Jahrzehnte werde das Holz dann immer poröser. "Wenn man nichts tut, bröseln einem im schlimmsten Fall eines Tages die Häuser unter den Fingern weg", sagte Vorwig.

In Kommern soll der Schädling von einer Fachfirma mit einer thermischen Heißluftbehandlung bekämpft werden, wie Vorwig erläutert. Dafür würden die betroffenen Fachwerkhäuser komplett mit einer Folie überzogen, in die dann warme Luft gepustet wird, sodass das Holz nach und nach auf über 55 Grad Celsius erhitzt werde.

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Dadurch werde der Holzwurm abgetötet. "Wenn man das einmal durchgeführt hat, hat man auch erst mal auf lange Sicht Ruhe." Die Holzwurm-Bekämpfung soll wahrscheinlich in der zweiten Jahreshälfte durchgeführt werden, einen genauen Termin gibt es noch nicht.

Die Gänge der Nagekäfer sind im Holz deutlich zu erkennen.
Die Gänge der Nagekäfer sind im Holz deutlich zu erkennen.  © Oliver Berg/dpa

Die Kosten beliefen sich auf einen sechsstelligen Betrag, sagte Vorwig. Das Museum habe das Geld beim Landschaftsverband Rheinland (LVR) beantragt. Zuerst hatte die "Kölnische Rundschau" über das Thema berichtet.

Titelfoto: Oliver Berg/dpa

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