Nazis zündeten ihr Haus an: NRW gedenkt der Opfer des Anschlags von Solingen

Düsseldorf - Der nordrhein-westfälische Landtag gedenkt am Freitag der Opfer des rechtsextremistischen Brandanschlags in Solingen vor 30 Jahren.

Am 29. Mai 1993 hatten vier Rechtsradikale das Haus der türkischstämmigen Familie Genç in Solingen angezündet.
Am 29. Mai 1993 hatten vier Rechtsradikale das Haus der türkischstämmigen Familie Genç in Solingen angezündet.  © Martin Gerten/dpa

Am 29. Mai 1993 hatten vier Rechtsradikale das Haus der türkischstämmigen Familie Genç in Solingen angezündet. Fünf Frauen und Mädchen starben. Der Brandanschlag gilt als eines der schwersten rassistischen Verbrechen in der Geschichte der Bundesrepublik.

In einem gemeinsamen Antrag fordern die Fraktionen von CDU, Grünen, SPD und FDP, den Ermittlungsdruck gegen rechtsextremistische Straftaten weiterhin hochzuhalten.

Die rechtsextreme Gewalt in den 1990er Jahren habe ihren Ausdruck auch in weiteren
Brandanschlägen und Ausschreitungen in Hoyerswerda, Hünxe, Rostock-Lichtenhagen und Mölln gefunden.

Bewegung am Tagebauloch: Ex-Bewohner wollen Häuser zurück
Nordrhein-Westfalen Bewegung am Tagebauloch: Ex-Bewohner wollen Häuser zurück

Diese Anschläge ebenso wie die Verbrechen des rechtsterroristischen NSU und die Anschläge von München, Kassel, Halle und Hanau in den vergangenen Jahren "machen deutlich, dass rechtsextremistische, rassistische und antisemitische Gewalt bittere Realität in Deutschland sind", heißt es in dem Antrag.

Die Erinnerung an Solingen sei eine wichtige Mahnung, Rechtsextremismus und Rassismus einzudämmen und demokratische Haltungen in der Gesellschaft fortwährend zu stärken.

Am Montag, dem 30. Jahrestag des Brandanschlags, wird Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (67) in Solingen erwartet, begleitet von den Spitzen der nordrhein-westfälischen Landesregierung.

Titelfoto: Martin Gerten/dpa

Mehr zum Thema Nordrhein-Westfalen: