Im eigenen Garten bestatten? Fraktionen diskutieren neue Bestattungsregeln

Magdeburg - Die Fraktionen im Landtag von Sachsen-Anhalt wollen in den nächsten Monaten ausführlich über eine Reform des Bestattungsgesetzes diskutieren. Das haben die Vertreter mehrerer Fraktionen am Mittwoch deutlich gemacht. Auftakt ist am morgigen Donnerstag eine Debatte im Parlament.

Das Bestattungsgesetz soll in den nächsten Monaten Debatte im Landtag sein. (Symbolbild)
Das Bestattungsgesetz soll in den nächsten Monaten Debatte im Landtag sein. (Symbolbild)  © Sven Hoppe/dpa

Die Grünen schlagen in einem Gesetzentwurf vor, dass Bestattungen künftig auch in Tüchern möglich sein sollen und Asche von Verstorbenen auf dem eigenen Grundstück verstreut werden kann.

Mit der Abschaffung des Friedhofszwangs sollten den Menschen "persönliche Orte des Trauerns" ermöglicht werden, sagte Grünen-Fraktionschefin Cornelia Lüddemann (53).

Die schwarz-rot-gelbe Koalition kann sich Veränderungen vorstellen.

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Asche verstreuen nach dem eigenen "Gusto" im Garten werde mit der CDU aber nicht zu machen sein, sagte Fraktionschef Siegfried Borgwardt (64).

Dennoch sollten die Vorschläge diskutiert und eine breite Anhörung von Religionsgemeinschaften und Bestattern initiiert werden.

Die FDP ist "offen für neue Ideen", sagte der Fraktionsvorsitzende Andreas Silbersack (54). Man werde sich jedoch "nicht vom Friedhof verabschieden".

Die Linke übt Kritik

SPD-Fraktionschefin Katja Pähle (44) sagte, die Abschaffung der Sargpflicht sei unter religiösen Gesichtspunkten positiv zu bewerten. Sie plädierte ebenfalls für eine umfangreiche Anhörung von Experten.

Der Linksfraktion reicht das nicht. Erstens habe es eine solche Anhörung bereits in den vergangenen Jahren gegeben, sagte Fraktionsvorsitzende Eva von Angern (45). Und zweitens hätten die Grünen ihre Vorschläge bereits in der letzten schwarz-rot-grünen Koalition durchsetzen können, kritisierte sie. Von Angern sprach sich jedoch dafür aus, im Gesetz eine verpflichtende zweite Leichenschau für Erdbestattungen zu verankern.

Auch die AfD ist laut Fraktionschef Oliver Kirchner "relativ offen" für eine Debatte. Man müsse ausführlich diskutieren, "wie weit man gehen kann", sagte er.

Titelfoto: Sven Hoppe/dpa

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