Heftige Kritik an Krematorium in Meißen: "Diese Bilder sind furchtbar"

Berlin - Der Bundesverband Deutscher Bestatter hat den Umgang mit Verstorbenen im kommunalen Krematorium im sächsischen Meißen kritisiert.

Särge mit Verstorbenen stehen vor der Einäscherung im Andachtsraum im Krematorium. Die meisten davon sind an oder mit dem Coronavirus verstorbenen.
Särge mit Verstorbenen stehen vor der Einäscherung im Andachtsraum im Krematorium. Die meisten davon sind an oder mit dem Coronavirus verstorbenen.  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

"Diese Bilder sind furchtbar und sind nicht der Normalzustand", sagte Verbands-Generalsekretär Stephan Neuser der Deutschen Presse-Agentur.

"Das schadet auch dem Berufsbild, da hätte man sicher auch andere Krematorien kontaktieren können im Vorfeld."

Das Krematorium in dem von der Corona-Krise besonders betroffenen Landkreis war in der vergangenen Woche an der Kapazitätsgrenze angelangt.

Der Leiter des Krematoriums verwies vergangene Woche darauf, dass der Betrieb Tote aus dem gesamten Freistaat Sachsen aufnehme.

Bilder zeigten übereinander gestapelte Holzsärge in einer Andachtshalle, manche von ihnen notdürftig in Plastikfolie eingewickelt.

Überbelastung durch hohe Zahl an Corona-Toten

"Achtung Covid-19" steht auf einem Sarg mit einem Verstorbenen, der an oder mit dem Coronavirus gestorben ist, welcher im Krematorium in der Kühlung steht.
"Achtung Covid-19" steht auf einem Sarg mit einem Verstorbenen, der an oder mit dem Coronavirus gestorben ist, welcher im Krematorium in der Kühlung steht.  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Neuser sprach am Montag von einer Ausnahme. Insgesamt sei die Situation in der Corona-Krise für die Bestatter in Deutschland "händelbar".

Generell hätten Bestatter im Januar mehr zu tun, weil die Standesämter über die Feiertage lange geschlossen hätten und erst nach und nach die Sterbeurkunden ausstellten. "Wenn man dann Corona-Hotspots hat wie in Sachsen und eine Übersterblichkeit, dann kann das dazu führen, dass es in einzelnen Regionen zu einer Überlastung kommt."

Das sei aber nicht flächendeckend der Fall.

Titelfoto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

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