Tierpark Klingenthal: Wo einst Grizzlys hausten, ist Platz für neue Räuber

Klingenthal - Tierisch was los ist nicht nur in Großstadt-Zoos - auch in unserer Region gibt es echte Geheimtipps für spannende Besuche in Familie. Ob Tierpark, Falknerei oder Alpaka-Farm: In der neuen TAG24-Serie "Unsere tierischen Lieblinge" stellen wir Ihnen einige Adressen vor, bei denen sich ein Besuch lohnt. Heute Teil 3: der Tierpark Klingenthal.

Leguan "Fritz" lässt sich gern von Tierpark-Leiter Tino Richter (53) kraulen.
Leguan "Fritz" lässt sich gern von Tierpark-Leiter Tino Richter (53) kraulen.  © Sven Gleisberg

Der Tierpark Klingenthal befindet sich im Wandel.

Jahrelang war der Zoo für seine Grizzly-Haltung bekannt. 2019 verstarben die Bären und das größte Gehege steht bis heute leer. Schon bald sollen neue Bewohner einziehen.

Um Besucher anzulocken, will man künftig auch eine Erdmännchen-Zucht aufbauen.

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Der Zoo besticht durch seine Hanglage und wird durch den Tierparkverein mit Hingabe gehegt und gepflegt.

Die Bindung zwischen Tier und Mensch ist in Klingenthal besonders groß. Tierparkleiter Tino Richter (53) kennt nahezu alle seine Schützlinge.

50 Arten und insgesamt 250 Tiere sind auf dem 2,4 Hektar großen Gelände beheimatet. Den Zoo gibt's seit 1963.

Alles hat auf dem früheren Stadtparkgelände mit wenigen Nutztieren angefangen. Im Laufe der Zeit ist Klingenthal vor allem durch seine Grizzlys bekannt geworden.

Doch 2019 das Drama: "Innerhalb eines halben Jahres sind alle drei Tiere verstorben", sagt Tino Richter - zwei altersbedingt, der Dritte erlag einem Krebsleiden. "Noch während der OP haben wir entschieden, dass wir ihn einschläfern."

In Klingenthal gibt's tierisch was zu entdecken

Das Grizzly-Gehege ist momentan leer. Einige Ziegen "mähen" übergangsweise den Rasen.
Das Grizzly-Gehege ist momentan leer. Einige Ziegen "mähen" übergangsweise den Rasen.  © Sven Gleisberg

Während die Ziegen das leere Bären-Gehege "mähen", befindet sich Richter im Genehmigungsverfahren. Bald sollen neue Raubtiere einziehen. Die Tierart ist noch geheim. "Bären werden es nicht mehr. Dafür ist die Anlage zu klein und die Haltung in dieser Form nicht mehr zeitgemäß."

Nun sind die Erdmännchen das neue Aushängeschild. Um attraktiv zu bleiben, investieren die Mitglieder gerade in ein neues Uhu-Gehege und eine Blockhütte, die eine Art Museum werden soll. "Das passiert alles in Eigeninitiative. Die Stadt unterstützt uns."

Sehenswert ist neben Rotfuchs "Flash" und Esel-Dame "Josie" - mit 13 und 38 Jahren echte Oldies - Hirsch "Daris". "Mesopotamisches Damwild gehört zu den seltensten Tierarten der Welt. Als wir ihn bekommen haben, gab es weltweit nur sieben Stück."

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Kleine Tierparkbesucher dürften sich über das Kaninchen-Streichelgehege und Hausschwein "Rosa", das keinen Besucher ohne Streicheleinheit vorbeilässt, freuen.

Im Warmhaus leben aktuell 14 Tierarten wie Schildkröten, Rhesusaffen, die größten Tausendfüßler (30 Zentimeter) und Leguan "Fritz". "Wenn man ihn streichelt, fällt er vor Trance fast vom Fensterbrett", scherzt Tino Richter.

Nils (12), Lara (4) und Moritz Gründel (14) bei den Kaninchen im Streichelgehege.
Nils (12), Lara (4) und Moritz Gründel (14) bei den Kaninchen im Streichelgehege.  © Sven Gleisberg

Das Wichtigste in Kürze

Öffnungszeiten: täglich 10 bis 18 Uhr, in den Wintermonaten von 10 bis 16 Uhr

Eintritt: Kinder 3 Euro, Erwachsene 5 Euro

Adresse: Amtsberg 22, 08248 Klingenthal

Alle Infos: www.klingenthal.de

Schwein "Rosa" fordert von den Besuchern eine Streicheleinheit.
Schwein "Rosa" fordert von den Besuchern eine Streicheleinheit.  © Sven Gleisberg

Bei den Erdmännchen gibt's viel Nachwuchs

Seit zwei Jahren leben Erdmännchen im Tierpark Klingenthal. Sie sind der Besuchermagnet.
Seit zwei Jahren leben Erdmännchen im Tierpark Klingenthal. Sie sind der Besuchermagnet.  © Sven Gleisberg

Sie sind süß, flink und echte "Buddel"-Meister: die Erdmännchen im Tierpark Klingenthal.

Nach dem Tod der Grizzlys sind sie seit drei Jahren die beliebteste Tierart. Der Tierparkverein hofft auf viele Nachkommen.

Erst vor wenigen Wochen gab es Erdmännchen-Nachwuchs. Die Gruppe ist nun auf fünf angewachsen. In dem neugebauten Gehege hat vorher ein Leopard gelebt.

"Die Königin haben wir aus Wolgast und die beiden Jungs aus Hoyerswerda geholt", sagt Tierparkleiter Tino Richter (53).

Bei den Erdmännchen gibt es eine klare Hierarchie. Nur die Königin bringt Junge zur Welt. "Einer steht immer auf einem Hügel und beobachtet die Umgebung. Sie wechseln sich aber ab", so Richter.

Am liebsten ernähren sie sich von Eidechsen, Spinnen, Eiern und anderen Insekten.

Im Gehege, das für maximalen "Buddel"-Spaß mit Spezialerde aufgefüllt wurde, können bis zu zwölf Erdmännchen leben.

Täglich, 13.30 Uhr, gibt's im Tierpark eine Schau-Fütterung.

Titelfoto: Sven Gleisberg

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