Trauer in Thüringen: Anti-Dopingkämpfer Henner Misersky ist tot

Ilmenau - In der DDR weigerte sich Henner Misersky, Dopingmittel an Langläufer zu verordnen. Nach der Wende ging sein Kampf gegen Autoritäten weiter. Nun ist er tot.

Der frühere Leistungssportler ist für immer eingeschlafen.
Der frühere Leistungssportler ist für immer eingeschlafen.  © Martin Schutt/dpa

Der ehemalige Leistungssportler starb am Samstag im Alter von 82 Jahren, wie seine Frau am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur bestätigte. Zunächst hatten der "MDR" und die Plattform "inSüdthüringen.de" über den Tod Miserskys berichtet.

Als Leichtathlet war der Thüringer in Jugendjahren besonders auf der Mittelstrecke erfolgreich. Seine Tätigkeit als Langlauftrainer musste er Mitte der 1980er-Jahre beenden, nachdem er sich geweigert hatte, die Doping-Praktiken im DDR-Sport zu befolgen. Bereits zuvor war er wegen Kontakten zu Sportlern aus der Bundesrepublik in Konflikt mit dem Ministerium für Staatssicherheit geraten.

Nach der Wende war der Vater von Biathlon-Olympiasiegerin Antje Misersky (56), mit der er 2012 gemeinsam in die Hall of Fame des deutschen Sports aufgenommen wurde, in diversen Gremien zur Aufarbeitung der Doping-Vergangenheit in der DDR aktiv. Dabei sparte er auch nicht an Kritik an den Sportverbänden und deren Haltung zur Zusammenarbeit mit ehemaligen Athleten und Trainern aus der DDR-Zeit.

Bis zuletzt war Misersky aktiv und begleitete kritisch die Kommerzialisierung des Sports.

Titelfoto: Martin Schutt/dpa

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