Kachelmann schimpft über "asoziales" Verhalten bei Trockenheit: "Niemand käme auf die Idee"
Berlin - Rekordtemperaturen, niedrige Flusspegel und unzählige brennende europäische Wälder. Was das Wetter in diesem Sommer betrifft, gibt es einiges einzuordnen. Den Versuch wagt Journalist Paul Ronzheimer (41) in seinem "Ronzheimer"-Podcast gemeinsam mit Jörg Kachelmann (68). Der Meteorologe schimpft dort über Medien und deren Berichterstattung. Auch einige Verhaltensweisen bringen ihn auf die Palme.
Dass zwischen Dürre und Hitze nicht richtig unterschieden wird und heiße Temperaturen allein nicht ausreichen, damit Wälder in Brand geraten, hat Kachelmann schon mehrfach klargestellt.
Diesmal regt sich der Fernsehmoderator auch über die Deutschen und ihre Gewohnheiten auf.
"Wenn Sie durch benachbarte Länder fahren: Wenn Sie durch Frankreich fahren, wenn Sie durch Spanien fahren, wenn Sie durch Italien fahren, dann sehen Sie niemanden mit einer grünen Wiese", leitet Kachelmann seine Schimpftirade ein.
"Niemand käme auf die Idee, dass man da einen grünen Rasen hätte", macht der Meteorologe deutlich, dass er den Griff zum Rasensprenger in besonders trockenen Zeiten als "asozial" empfindet.
"Ich komm’ ja aus Ostfriesland und da hat auch jeder eine grüne Wiese", wirft Ronzheimer ein und will wissen, was daran schlimm sei.
"Wenn es nicht regnet, sollte man eine gelbe Wiese haben. Das eigene menschliche Verhalten sollte irgendeinen Zusammenhang haben mit den Ressourcen der Natur", so Kachelmann.
Um das zu unterstreichen, führt der Wetter-Fachmann an, dass ein Freibad in der Schweiz nun eher schließen muss, weil es am Grundwasser mangelt.
"Kollektive Solidarität zu üben und Respekt zu haben vor den Ressourcen, die wir haben", sei laut Kachelmann besonders schwierig.
Jörg Kachelmann kritisiert "wohlstandsverwahrlosten Schwachsinn"
Nicht nur das Rasensprengen in knappen Wasser-Zeiten entsetzt Kachelmann. Auch fürs Autowaschen hat er nichts übrig.
"Ich weiß, dass ich eine verlorene Seele bin und dass auf mich herabgeblickt wird, weil ich noch nie auf die Idee gekommen wäre, das Auto zu waschen", erzählt Kachelmann, dass er auf die natürliche Ressource für ein sauberes Fahrzeug - den Regen - zurückgreift.
"Wenn die Scheibe mal richtig versifft ist, dann erledigt das der Scheibenwischer mit dem Zeug, was da drin ist", lässt der 68-Jährige da auch keine Ausnahme gelten.
Ein gepflegter grüner Rasen und das "massenhafte obsessive Autowaschen" seien nach Kachelmanns Ansicht Beispiele für "wohlstandsverwahrlosten Schwachsinn", durch den viele Deutsche ein gefährliches Experiment mit der Natur wagen würden.
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