In Sachsen leben wieder Wildpferde!

Ein Konik-Wildpferd trabt gemächlich über die ehemalige Kippenlandschaft im Leipziger Südraum.
Ein Konik-Wildpferd trabt gemächlich über die ehemalige Kippenlandschaft im Leipziger Südraum.  © Ralf Seegers

Leipzig - Von der geschundenen Tagebaulandschaft zur ungezähmten Prärie: Im Leipziger Südraum beackern Wildpferde als „Landschaftsgärtner“ das renaturierte Kippengelände. Die Vogelwelt freut sich.

Dass die Koniks Wildpferde sind, sieht man nicht auf den ersten Blick. Eher geruhsam grasen sie die Flächen rund um die Lobstädter Lachen ab, ihre Köpfe sind meist nach unten geneigt.

Und genau das ist ihr Job. „Durch das Abfressen der Krautschicht helfen uns die Pferde, das Offenland zu erhalten“, sagt Andrea Gößl (52) von der Landesstiftung für Natur und Umwelt. Die unter anderem von den sächsischen Lotto-Einnahmen finanzierte Stiftung hat das Beweidungsprojekt initiiert, um die Verbuschung der Bergbaufolgelandschaft zu verhindern.

Die robusten Koniks ermöglichen so selten gewordenen heimischen Vogelarten die Rückkehr. „In der Vergangenheit konnten nun wieder regelmäßig Brutbestände des Wachtelkönigs, der Rohrdommel und des Neuntöters nachgewiesen werden“, erklärt Stiftungs-Sprecherin Gößl. Auch Silberreiher gibt es hier. Und im Herbst nutzen Hunderte nordische Wildgänse das Offenland als Rastplatz auf dem Weg in den Süden.

Aktuell besteht Sachsens Wildpferde-Herde aus 16 Tieren. In den nächsten Wochen werden wohl noch einige Fohlen dazukommen, frohlockt Gößl.

Die Wildpferde verhindern die Verbuschung der Bergbaulandschaft. Dadurch können sich viele selten gewordene Vögel (hier: "Neuntöter") wieder in dem Gebiet ansiedeln.
Die Wildpferde verhindern die Verbuschung der Bergbaulandschaft. Dadurch können sich viele selten gewordene Vögel (hier: "Neuntöter") wieder in dem Gebiet ansiedeln.  © Petra Hornig

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