Sachsenmilch: Die Molkerei der Superlative

Werkleiter Jörg Lemke und Ministerin Barbara Klepsch bei der Firmenbesichtigung von Sachsenmilch.
Werkleiter Jörg Lemke und Ministerin Barbara Klepsch bei der Firmenbesichtigung von Sachsenmilch.

Von Juliane Morgenroth

Leppersdorf - Die Sachsenmilch-Molkerei in Leppersdorf (Wachau) gilt als eine der modernsten in Europa. Müllermilch investierte inklusive Fördermittel dort schon 1,4 Milliarden Euro.

Und es wird weiter gebaut: Derzeit entsteht eine neue Molke-Anlage. Für die Molkerei unweit von Radeberg gelten Superlative:

Jährlich werden 1,7 Milliarden Kilogramm Milch angeliefert - auch aus Polen und Tschechien, weil es nicht genügend sächsische Milch gebe.

„In Spitzenzeiten kommen bis zu 300 Lkw pro Tag“, erklärt Johannes Gufler, kaufmännischer Direktor. 2100 Mitarbeiter sind dort beschäftigt - allein im Qualitätsmanagement seien es 120. Offene Stellen: 39.

Mitarbeiter Volkmar Jähnichen (49) überprüft die Abfüllung der H-Milch von Sachsenmilch. Viele Discounter sind ebenfalls Kunde der Leppersdorfer Molkerei.
Mitarbeiter Volkmar Jähnichen (49) überprüft die Abfüllung der H-Milch von Sachsenmilch. Viele Discounter sind ebenfalls Kunde der Leppersdorfer Molkerei.

In fünf Produktionsbereichen werden neben Milch vollautomatisch u.a. Joghurt, Käse, Butter, Milchreis und verschiedene Drinks hergestellt - auch fürs Ausland.

Im Bereich Frischmolkerei liegt der Anteil der Handelsmarken (etwa für Discounter) bei 50 Prozent.

Gufler: „Wir sind weltweit einer der größten Lieferanten von Lidl.“ Eigene Marken sind Müller, Sachsenmilch, Loose, Bönsel, Harzbube und Rusack.

Derzeit dreht sich alles um Molke - es entsteht eine weitere Anlage zur Molkenveredelung. Investiert werden soll ein dreistelliger Millionenbetrag. Die Abnehmer kommen nicht nur aus der klassischen Lebensmittelindustrie.

„Neue Anwendungsbereiche sind Baby- und Sportlernahrung“, erklärt Gufler. Die Ansprüche an Halal, Kosher und vegetarisch seien erfüllt. Früher war Molke übrigens ein Abfallprodukt ...

Die Gemeinde profitiert von der Molkerei

Ricarda Wahner (43) kontrolliert Buttermilch-Becher. Diese hier sind für Lidl bestimmt.
Ricarda Wahner (43) kontrolliert Buttermilch-Becher. Diese hier sind für Lidl bestimmt.

Sachsenmilch ist das größte Werk von Müllermilch. Dort soll von einem Liter Rohmilch wirklich alles verwertet werden.

Selbst das Prozesswasser wird aufbereitet und wiederverwendet. Im Werk gibt es eine eigene Becherproduktion, ein Logistikzentrum, eine Lkw-Werkstatt und ein eigenes Gas- und Dampfkraftwerk.

Letzteres wurde 2014 fertig. Kosten: Rund 60 Millionen Euro. Ursprünglich wollte der Konzern aus Müll Energie erzeugen. Doch die Bevölkerung protestierte.

Übrigens: Von der florierenden Molkerei profitiert auch die Gemeinde Wachau, zu der Leppersdorf zählt: Sie muss Reichensteuer zahlen. Zuletzt vier Millionen Euro.

Eine Luftaufnahme aus dem Jahr 2013 zeigt die Ausmaße. Derzeit wird wieder gebaut.
Eine Luftaufnahme aus dem Jahr 2013 zeigt die Ausmaße. Derzeit wird wieder gebaut.

Fotos: Peter Schubert, Matthias Rietschel


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