Wieso musste "Rosa" sterben? Das Rätsel um den Hamburger Stückelmord

Hamburg - Inzwischen ist es fast ein Jahr her, dass in Hamburg die zerstückelte Leiche einer Prostituierten gefunden wurde. Noch immer fehlt der Polizei die entscheidende Spur zum Täter.

Von der Rekonstruktion erhofft sich die Polizei neue Hinweise.
Von der Rekonstruktion erhofft sich die Polizei neue Hinweise.  © Polizei Hamburg

Am 1. August jährt sich das Verschwinden der 48-jährigen Maria A., alias "Rosa". Spaziergänger und Polizisten entdeckten in Hamburg insgesamt zwölf Körperteile, darunter auch einen Kopf, verstreut in verschiedenen Gewässern der Stadt (TAG24 berichtete).

Zuerst entdeckte ein Angler am Rissener Elbufer ein Leichenteil, dann tauchten der Reihe nach auch Rumpf, Beine und Kopf des Opfers auf. Die Fundorte: Leuchtfeuerstieg (Otto-Schokoll-Höhenstieg), Tiefstackkanal (am Wasserkreuz der Borsingstraße), Goldbekkanal (Poßmoorweg 20a/22), Brandshofer Schleuse, Billekanal (Billufer 2) und Billwerder Bucht (Moorfleter Yachthafen).

Alle Leichenteile gehörten nach Erkenntnissen der Polizei zu der Frau aus Äquatorialguinea. Als "Rosa" arbeitete sie im Stadtteil St. Georg gelegentlich als Prostituierte.

Zum letzten Mal wurde sie nach Polizeiangaben in Begleitung eines etwa 50 bis 55 Jahre alten Mannes auf dem Hansaplatz gesehen. Beide seien in Richtung Bremer Reihe gegangen, eine Straße, die zum Hauptbahnhof führt. Der Mann von kräftiger Statur soll blaue Oberbekleidung und eine Kopfbedeckung getragen haben.

Außerdem soll er eine durchsichtige Plastiktüte bei sich gehabt haben, in der möglicherweise Videokassetten waren. Nach Polizeiangaben vom Donnerstag könnte auch ein heller Transporter für die Ermittlungen von Bedeutung sein. Er wurde von Zeugen in der Nähe der Fundorte gesehen.

Um neue Hinweise zu dem Täter und den genauen Umständen des Mordes zu erhalten, haben die Ermittler nun einen neuen Zeugenaufruf gestartet. Unter anderem wurde anhand von Lichtbildern eine Rekonstruktion von Maria A. konstruiert, die zeigt, wie sie zum Zeitpunkt ihres Verschwindens ausgesehen haben könnte.

So trug das Opfer wahrscheinlich ein auffällig gemustertes Kleid. Möglicherweise trug sie darüber auch einen roten Wollpullover.

Die Polizei bittet Zeugen, die etwas beobachtet haben, sich unter der Nummer 040 428 656789 zu melden. Am Hansaplatz werde außerdem ein Briefkasten aufgestellt, in den man schriftliche Hinweise werfen kann.

Die Karte zeigt die zehn Fundorte in ganz Hamburg.
Die Karte zeigt die zehn Fundorte in ganz Hamburg.  © Polizei Hamburg

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