Warum schweben hier Dutzende schwarze Luftballons?

Stuttgart - Falschparker nerven und gefährden andere, etwa Fußgänger und Radfahrer: Der Ansicht sind die Macher der Falschparker-Melde-App "Wegeheld" - und haben die bundesweite Falschparker-Aktionswoche gestartet.

Susanne Jallow (2.v.l.) und Aktivisten am Donnerstagmorgen in Ostheim.
Susanne Jallow (2.v.l.) und Aktivisten am Donnerstagmorgen in Ostheim.  © Andreas Rosar/Fotoagentur Stuttgart

Am Donnerstagmorgen beteiligten sich daran auch Aktivisten in Stuttgart-Ostheim. Genauer: am Eduard-Pfeiffer-Platz. "Der steht exemplarisch für viele Plätze in Stuttgart", berichtet Susanne Jallow vom Verein FUSS e.V. Laut Straßenverkehrs-Ordnung sind vor und hinter Kreuzungen und Einmündungen fünf Meter Abstand einzuhalten, wenn man parkt. Wie Jallow unserer Redaktion mitteilt, stellen Autofahrer am Eduard-Pfeiffer-Platz jedoch verbotenerweise die Kurvenbereiche zu.

Um 6.30 Uhr rückten die Aktivisten darum mit farbigen Luftballons an, um sie an den abgestellten Autos zu befestigen. Dazu brachten sie gelbe, orange, rote und schwarze Ballons mit. "Wer richtig parkt, der bekommt einen der bunten Luftballons mit einer kleinen Dankeskarte an den Wagen", so Jallow. "Die schwarzen Ballons sind für die Falschparker." So sei für jeden auf einen Blick ersichtlich, wer richtig parkt - und wer eben nicht.

Nicht allen schmeckt das. Eine Anwohnerin bekam einen schwarzen Ballon ans Auto gebunden und schimpfte, schildert Jallow. Die Frau sei aus ihrer Wohnung gekommen und habe den Luftballon zügig entfernt.

Bunt für die Autofahrer, die richtig geparkt haben, schwarz für die Falschparker am Eduard-Pfeiffer-Platz.
Bunt für die Autofahrer, die richtig geparkt haben, schwarz für die Falschparker am Eduard-Pfeiffer-Platz.  © Andreas Rosar/Fotoagentur Stuttgart

Darauf angesprochen, dass es hier auch um die Sicherheit etwa von Schulkindern gehe, die zwischen falsch abgestellten Autos hervorlugen müssen, um zu sehen, habe die Dame gesagt, dass die Kinder halt eben lernen sollten, vorsichtig zu sein.

"Andere Anwohner haben jedoch sehr positiv auf die Aktion reagiert", erinnert sich Susanne Jallow. Und fügt hinzu: "Ich hätte mehr Anfeindungen erwartet."

Was wollen sie und die anderen mit der Aktion erreichen? "Zum einen wollen wir Autofahrer und Falschparker mehr sensibiliseren", erklärt Jallow. Schließlich gefährde Falschparken die schwächsten Verkehrsteilnehmer. Im Rollstuhl oder mit einem Kinderwagen komme man teils nicht mehr zwischen den abgestellten Fahrzeugen durch.

"Zweitens haben wir aber auch eine klare Forderung an die Politik: Der Bußgeldkatalog muss überarbeitet, Falschparken teurer werden." Falschparken sei in Deutschland viel zu günstig und werde eher als Kavaliersdelikt behandelt. "Schwarzfahren ist eine Straftat und kostet 60 Euro, aber Falschparken kann man dagegen quasi für lau."

Die Aktionswoche geht noch bis zum 3. Juni, unter dem Hashtag #FreieWege posten die Nutzer auf Twitter dazu:

Titelfoto: Andreas Rosar/Fotoagentur Stuttgart


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