Syrer will hier mit vier Ehefrauen leben. Zwei hat er schon

Moderatorin Maria Gresz (50) begann die Sendung mit den Worten: "Emanzipatorisch hat die Flüchtlingswelle nicht nur Vorteile gebracht."
Moderatorin Maria Gresz (50) begann die Sendung mit den Worten: "Emanzipatorisch hat die Flüchtlingswelle nicht nur Vorteile gebracht."  © Screenshot Spiegel TV/Youtube

Pinneberg - Einblicke in ein sehr fremdes Familienleben gab es am späten Sonntagabend bei RTL: Begleitet wurde eine syrische Großfamilie, die über die Türkei und Griechenland in den Kreis Pinneberg bei Hamburg geflüchtet war, wo der Ehemann mit zwei Ehefrauen lebt.

Diese Situation, die ausdrücklich von deutschen Behörden im Rahmen einer Einzelfallprüfung genehmigt worden war, hatte Ende Januar bundesweit für großes Aufsehen gesorgt (TAG24 berichtete).

Die Dokumentation wurde bei Spiegel TV gezeigt (>>hier in der Mediathek). Fernsehreporter haben die vielköpfige Familie besucht, in der ein 32 Jahre alter Vater mit seinen zwei Ehefrauen und sechs Kindern lebt.

Die erste Frau heiratete Ahmed A. (32), als die Kleine 13 Jahre alt war. In Syrien lebe zudem noch eine dritte Ehefrau. Die möchte er ebenfalls nach Deutschland holen.

Vor den Türen Hamburgs in Pinneberg wohnt diese syrische "Groß-Familie" in einer Art "Mini-Harem", wie Moderatorin Maria Gresz (50) zu Beginn der Dokumentation die umstrittene Situation beschreibt: "Emanzipatorisch hat die Flüchtlingswelle nicht nur Vorteile gebracht", sagt sie. Film ab...

Familiennachzug "im Interesse der Kinder" auch bei Bigamie

Maria Gresz fand ernste und diplomatische Worte in ihrer Anmoderation.
Maria Gresz fand ernste und diplomatische Worte in ihrer Anmoderation.

Wir sehen eine Familie in einem kleinen Haus. Der Vater scheint der Mittelpunkt zu sein. Die Kinder wuseln durch die Räume. Die Frauen sitzen meist mit geneigtem Kopf am Rand. Die Familie floh laut eigenen Aussagen vor dem Krieg in Syrien in die neue Heimat, in die Ahmed "schon immer wollte, denn hier gibt es Unterstützung. Sie geben uns das Haus".

Das Haus wird vom Amt bezahlt, wie viel Geld Ahmed zur Verfügung steht, wisse er nicht. Er geht zur Bank, wenn er welches braucht ("es wird vom Amt überwiesen, und ich hebe es ab", sagt Ahmed).

"Ich bedanke mich sehr sehr sehr bei Mama Merkel", sagt der ungelernte Ahmed A. offenbar hoch glücklich. Arbeiten wolle er nicht, auch ein Deutschkurs gehört nicht zu seinen Prioritäten - stattdessen müsse er sich um die Kinder kümmern.

Der Analphabet sorge ja auch dafür, dass es keine Eifersucht unter den Frauen gibt... Die Familienplanung ist für ihn noch nicht abgeschlossen: Er möchte gern vier Ehefrauen und insgesamt bis zu 20 Kinder, sagt Ahmed außerdem.

"Ich bedanke mich sehr, sehr, sehr bei Mama Merkel", sagt Ahmed schwärmerisch

Obwohl die Vielehe in Deutschland verboten ist, lebt er demnach glücklich mit den beiden. Die Aufregung um das Thema verstehe er nicht, denn als gläubiger Muslim lebe Ahmed nach der Scharia, diese erlaubt ihm die Polygamie. Seit 2015 lebt er bereits in Schleswig-Holstein mit seiner Frau und seinen vier Kindern. Im Rahmen des Familiennachzuges durfte er auch seine Zweitfrau nach Deutschland nachholen.

Da die Kinder von dieser sind, sei deren Einreise "im Interesse der Kinder", wie es der Sprecher des Kreises Pinneberg, Oliver Carstens, bestätigte.