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TAG24-Interview: Wie bringt man einer 15-Jährigen bei, dass ihre Familie tot ist?

Vier Menschen sind am Montag bei einem Autobahn-Crash im Rhein-Neckar-Kreis gestorben. Darunter fast eine ganze Familie. Eine Tochter hat überlebt.

Von Patrick Hyslop

Rettungskräfte arbeiten am Montag unter einem der Autos, die von einem Sattelzug erfasst wurden.
Rettungskräfte arbeiten am Montag unter einem der Autos, die von einem Sattelzug erfasst wurden.

Mannheim/Stuttgart - Bei einem schweren Unfall auf der A5 nahe St.Leon-Rot (Rhein-Neckar-Kreis) sind am Montag vier Menschen ums Leben gekommen. Eine Familie aus NRW wurde fast ganz ausgelöscht, nur eine Tochter (15) überlebte schwer verletzt.

Was kommt nun auf das Mädchen zu? Wie wird ihr die schreckliche Nachricht überbracht und wie geht es danach weiter? Darüber haben wir mit Pfarrer Siegfried Weber (54) gesprochen. Er leitet die Notfallseelsorge in Stadt und Landkreis Karlsruhe, die auch bei dem Unfall auf der A5 vor Ort war.

TAG24: Herr Weber, ein 15-jähriges Mädchen ist die einzige Überlebende ihrer Familie. Die Eltern und ihre Schwester starben bei dem Unfall. Wie überbringt man einem Menschen solch eine Nachricht?

Siegfried Weber: Wichtig in so einem Moment sind zwei Dinge: persönliche Zuwendung und klare Aussagen. Ich mache es so, dass ich klar sage: "Jetzt kommt was ganz Schlimmes" - und dann erzähle ich, was ist. Und zwar ohne um den heißen Brei herumzureden. Denn das macht es nur noch schlimmer, wenn es so scheibchenweise kommt.

Wenn die Leute es dann hören, geht quasi ein seelischer Rollladen herunter, der sie schützt. Es wird für sie teils unwirklich. Ich habe schon viele Menschen erlebt, die sagten "Das stimmt alles nicht!". Das hilft dann auch, den ersten Schock zu verdauen.

Weiß aus Erfahrung, dass es am besten ist, eine schreckliche Nachricht in klaren Worten zu überbringen: Pfarrer Siegfried Weber, Leiter der Notfallseelsorge Karlsruhe.
Weiß aus Erfahrung, dass es am besten ist, eine schreckliche Nachricht in klaren Worten zu überbringen: Pfarrer Siegfried Weber, Leiter der Notfallseelsorge Karlsruhe.

TAG24: Wie geht es nach dem ersten Schock weiter?

Siegfried Weber: Es ist ein Irrtum, zu meinen, dass es einen Schock gibt und dann hört es auf. Das ist eher eine Kreisbewegung. Da kommen immer wieder Momente, in denen das hochkommt. Wir als Notfallseelsorger begleiten in den ersten Stunden. Bei solch einem Unfall wie am Montag gibt es jedoch eine längerfristige psychologische Begleitung.

TAG24: Derzeit liegt das Mädchen im Krankenhaus. Was geschieht, nachdem sie entlassen wurde?

Siegfried Weber: Nach der Entlassung wird sie sicherlich engmaschig betreut werden. Aber in solchen Fällen gibt es schon im Krankenhaus eine psychologische Begleitung. Ich gehe davon aus, dass das Mädchen länger im Krankenhaus sein muss und dass das Erlebte schon dort bearbeitet wird. Das geht dann zuhause weiter.

Eine entscheidende Frage wird sein: Wo kommt das Mädchen hin? Denn einfach in die Wohnung zurück, das wird ja nicht gehen.

Das Wrack des zweiten Wagens.
Das Wrack des zweiten Wagens.

TAG24: Schafft man es überhaupt, solch einen schrecklichen Unfall zu bewältigen?

Siegfried Weber: Eines ist sicher: Das Leben ist danach nie mehr so, wie es vorher einmal war. Sehen Sie, ich hatte Kontakt zu einer Frau, die ihre Familie bei einem Unfall verloren hat. Und für sie ging das Leben danach weiter, es gab sogar eine neue Liebe. Ich bin darum zuversichtlich, dass es starke Kräfte in uns gibt, die einen Neuanfang möglich machen.

Aber eine Narbe nach dem Erlebten, die wird immer bleiben.

TAG24: Sie sind seit 15 Jahren Notfallseelsorger - wie verarbeiten Sie die schlimmen Bilder und belastenden Erlebnisse, die Ihnen im Alltag begegnen?

Siegfried Weber: Am allerwichtigsten ist reden. So, wie bei dem Einsatz auf der A5 auch. Danach haben sich die Einsatzkräfte zusammengesetzt und ausgesprochen, was sie belastet. Wichtig ist, sich die nötige Zeit dafür zu nehmen, damit die Bilder und das Erlebte sich nicht einbrennen. Zusätzlich können wir auch professionelle Hilfe durch Supervision in Anspruch nehmen.

Nach dem Unglück am Montag hatte sich auf der Gegenspur ein Auffahrunfall ereignet. Sieben Autos waren beteiligt. Die Polizei sprach von "Gaffern", die "effekthascherisch Aufnahmen eines schweren Unfalls" machten, nannte das Verhalten pietätlos. Bereits unmittelbar danach hatte sie sich auf Twitter wütend dazu geäußert.

Fotos: DPA, Siegfried Weber, pr-video/René Priebe

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