Todesdrama? Sächsische Bergsteiger im Kaukasus verschwunden

Der vermisste Matthias B. bei seiner Arbeit im Nationalparkverwaltung Sächsische Schweiz
Der vermisste Matthias B. bei seiner Arbeit im Nationalparkverwaltung Sächsische Schweiz  © Daniel Förster

Tiflis/Dresden - Der Uschba ist mit 4737 Metern der fünfthöchste Gipfel Georgiens, heißt übersetzt der „schreckliche Berg“! Zwei Sachsen bezwangen den Gipfel, doch hinunter schafften sie es nicht mehr. Beide kamen offenbar beim Abstieg ums Leben.

Offiziell gelten Matthias B. (52) aus Sebnitz und sein Neffe Christoph (24) aus Dresden noch als vermisst. Die Hoffnung auf ein Wunder ist jedoch mehr als gering. Die beiden Sachsen begannen den Aufstieg Ende Juli. "Sie hatten es bis auf den Südgipfel geschafft. Was danach passierte, wissen wir nicht", sagt Christian Walter (47), Geschäftsführer des Sächsischen Bergsteigerbundes (SBB, 14.000 Kletterer).

Fakt ist: Zurück ins Tal schafften sie es nicht. Ein Helfer, der keinen Kontakt mehr mit ihnen herstellen konnte, schlug Alarm. "Die georgische Bergwacht suchte intensiv nach ihnen. Es gab Versuche zu Fuß und mit dem Hubschrauber", so Walter.

Er heißt "schrecklicher Berg". Der Uschba ist der fünfthöchste Berg in Georgien.
Er heißt "schrecklicher Berg". Der Uschba ist der fünfthöchste Berg in Georgien.  © 123RF

Die verzweifelten Familienangehörigen schalteten sogar einen erfahrenen Retter der sächsischen Bergwacht ein.

Doch auch dessen mühevoller Einsatz brachte keinen Erfolg. "Zwar wurden Spuren von Bergsteigern gefunden. Doch die waren letztlich anderen Kletterern zuordenbar", sagt Walter. "Die Suche vor Ort wurde eingestellt."

Dass Matthias B. und sein Neffe wieder auftauchen, gilt als unwahrscheinlich. Offiziell für "tot" erklären kann man sie jedoch frühestens ein Jahr nach dem Verschwinden. Beide waren begeisterte Kletterer, Matthias schon mehrfach im Kaukasus unterwegs.


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