Nach rätselhaftem Tod von Kadettin Jenny Böken (18): Ermittlungen eingestellt

Kiel - Die Kieler Staatsanwaltschaft hat ihre Ermittlungen zum rätselhaften Tod der "Gorch Fock"-Kadettin Jenny Böken eingestellt.

Kurz vor der Abreise am 28. August 2008 ließ sich Jenny Böken an der Schiffsglocke der "Gorch Fock" fotografieren. Wenige Tage später war die Kadettin tot.
Kurz vor der Abreise am 28. August 2008 ließ sich Jenny Böken an der Schiffsglocke der "Gorch Fock" fotografieren. Wenige Tage später war die Kadettin tot.

"Wir glauben den Angaben einer Zeugin nicht", sagte der Kieler Oberstaatsanwalt Michael Bimler am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur.

Im Juni hatte die Staatsanwaltschaft das Ermittlungsverfahren wieder aufgenommen (TAG24 berichtete). Hintergrund waren Aussagen der Zeugin.

Diese beruhten laut der Behörde im Wesentlichen auf Hörensagen. Die Zeugin sei im Jahr 2008 bei der Bundeswehr gewesen, habe aber weder zur Marine noch zur Besatzung der "Gorch Fock" gehört.

Laut Anwalt der Familie habe sie von mehreren Männern, darunter Marineangehörigen, erfahren, dass die junge Frau erdrosselt worden sei.

Die ursprünglichen Ermittlungen im Fall Böken waren 2009 eingestellt worden. Das damals 18-jährige Mädchen war in der Nacht zum 4. September 2008 während einer Ausbildungsfahrt des Segelschulschiffs der Marine bei einer Wache über Bord gegangen.

Die Todesumstände blieben ungeklärt. Der Leichnam wurde erst nach elf Tagen aus der Nordsee geborgen. Die Ermittler hielten ein Unglück bisher für am wahrscheinlichsten.

Die "Gorch Fock" ist das Schulschiff der Marine. Zur Zeit liegt sie in einer Werft und wird saniert.
Die "Gorch Fock" ist das Schulschiff der Marine. Zur Zeit liegt sie in einer Werft und wird saniert.  © dpa/Carsten Rehder

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