Mann macht unheimliche Entdeckung im Wald nahe Tschernobyl

Pipryat (Ukraine) - Ein Mann hat in den Wäldern rund um das zerstörte Kernkraftwerk Tschernobyl einen unheimlichen Fund gemacht.

Blick auf das Kernkraftwerk Tschernobyl.
Blick auf das Kernkraftwerk Tschernobyl.  © 123RF

Der Strahlungsexperte Rob Maxwell war auf Entdeckungstour nahe der ukrainischen Stadt Pipryat. Ein privater Führer brachte den Australier während der Tour in einen abgelegenen Teil des Waldes, wo eine tödliche Gefahr lauert.

Vor Rob tauchte zwischen den Bäumen plötzlich eine Baggerkralle auf. Das gelbe Teil stammte tatsächlich von einer der Baumaschinen, die vor über 30 Jahren eingesetzt wurden, um das radioaktive Graphit zu entfernen, die bei der Explosion im Reaktor "4" aus dem Kernkraftwerk gesprengt wurden.

Obwohl das Unglück schon so viele Jahrzehnte zurückliegt, geht von der Baggerkralle eine große Gefahr aus. "Es gibt viele Dinge in der Zone, die auch heute noch bei längerem Kontakt definitiv tödlich sind", erklärt Maxwell. "Die Klaue ist zweifellos das gefährlichste von allen, weil sie nicht wie die anderen Gefahrenquellen, vergraben oder unzugänglich gemacht wurde."

Die Baggerkralle setzt noch immer unglaublich viel Strahlung ab

Die verstrahlte Klaue in einem abgelegenen Teil des Waldes.
Die verstrahlte Klaue in einem abgelegenen Teil des Waldes.  © Screenshot/twitter

Rob wagte sich gefährlich nah an den radioaktiv-verseuchten Gegenstand heran.

"Ob ich Angst hatte? Ja, ich war die ganze Zeit besorgt." Sein privater Führer hätte ihn auch gedrängt, sich dem Baggerteil nicht zu nähern. "Er sagte immer wieder zu mir: 'Fassen Sie es nicht an, fassen Sie es nicht an!'"

Trotzdem steckte der Australier seine Hand kurz ins Innere der verrosteten Kralle, um mit seinem Geigerzähler die Strahlung zu messen. "Das eine Foto, das lesbar herauskam, zeigte 39,80 Mikrosieverts pro Stunde (uSv / h)." Der Gegenstand setzt also 950µSv Strahlung pro Tag frei.

"Jeder Aufenthalt in der Nähe der Klaue ist extrem gefährlich." Maxwell rät den Tschernobyl-Touristen deshalb, die Baggerkralle nicht zu suchen.

Die Kralle soll nur ein Teil von vielen verstrahlten Baumaschinen sein, die in der Gegend vor sich hinrosten. Laut des Strahlenexperten, gibt es einen "großen Auto- und Flugzeugfriedhof", der voller Fahrzeuge ist, die nach der Katastrophe am 26. April 1986 eingesetzt worden waren.

"Sie können nicht ausgeschlachtet werden, um daraus Ersatzteile zu beziehen; sie können nicht verwendet werden; sie können nicht gefahren werden", so der Australier laut Daily Mirror. "Sie stehen alle nur da, im Wald abgeladen und korrodieren."

Die Katastrophe von Tschernobyl bleibt auch nach über 30 Jahren unvergessen. Vor allem durch die hochgelobte Sky-Serie "Chernobyl" ist der Vorfall nahe der ukrainischen Stadt Prypyat wieder in aller Munde.


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