Fatale Kettenreaktion auf A9: Zwei Unfälle fordern zwei Tote
Von Tamina Porada, Jana Kieseyer, Nico Zeißler
Sandersdorf-Brehna/Halle - Die A9 Richtung Berlin musste am Mittwochmorgen in Sachsen-Anhalt voll gesperrt werden. Kurz hinter dem Flughafen Leipzig/Halle kollidierten später auch im Rückstau mehrere Lastwagen. Ein Gerichtsprozess wurde deshalb abgesagt.
Zwischen Halle (Saale) und der Raststätte Köckern-Ost hat es gegen 8 Uhr gekracht. Dort war ein Auto auf einen Lkw aufgefahren. Laut Polizeiangaben geriet der 58-jährige Fahrer aus unklarer Ursache von der mittleren auf die rechte Fahrspur und kollidierte mit dem Sattelauflieger.
Der Beifahrer (†31) des Autos verstarb noch an der Unfallstelle. Der Fahrer und ein Mädchen (6) auf der Rückbank wurden schwer verletzt und in Krankenhäuser gebracht. Der Fahrer des Lastwagens (49) blieb unverletzt.
Wie TAG24 von vor Ort erfuhr, sollen ungefähr 35 Feuerwehrleute aus vier verschiedenen Ortswehren im Einsatz gewesen sein. Die Polizei und der Rettungsdienst waren ebenso vor Ort wie zwei Rettungshubschrauber.
Beide Fahrzeuge wurden teilweise schwer beschädigt und konnten nicht mehr fahren.
Die A9 Richtung Berlin musste kurz vor dem Rasthof Köckern voll gesperrt werden. Kurz vor 11 Uhr wurde eine Spur wieder freigegeben. Der Stau war laut dem ADAC mehrere Kilometer lang.
A9 in Sachsen-Anhalt: Folgeunfall im Rückstau
Gegen 12.52 Uhr kam es zwischen dem Rastplatz Kapellenberg-Ost und Halle (Saale) zu einem weiteren Unfall. Im Rückstau auf der Fahrbahn Richtung Berlin stießen aus noch ungeklärter Ursache drei Lastwagen ineinander.
Bilder von vor Ort zeigen, dass sich zwei der Fahrzeuge ineinander verkeilt haben. Ein drittes steht mit stark beschädigter Fahrerkabine dahinter.
Mehrere Rettungshubschrauber wurden angefordert. Polizei, Feuerwehr und Rettungskräfte sind im Einsatz. Einem Lkw-Fahrer konnte nicht mehr geholfen werden, er wurde so stark in seinem Führerhaus eingeklemmt, dass er nur tot geborgen werden konnte.
Die Autobahn ist seit 13.15 Uhr voll gesperrt. Die letzte freie Abfahrt ist das Schkeuditzer Kreuz. Die empfohlene Umleitung ist von dort über die A14 Richtung Magdeburg bis Halle/Peißen und dann über die B100 zurück auf die A9.
Urteilsspruch in Gerichtsprozess verschoben
Eigentlich hätte am Mittwoch auch das Urteil im Prozess gegen zwei Blaulicht-Fotografen fallen sollen, denen mehrfache Brandstiftung vorgeworfen wird, um mit den daraus entstehenden Bildaufnahmen Geld zu verdienen.
Weil laut MZ aber ein Justiz-Transport mit einem der Angeklagten, der aus der U-Haft in Halle ins Landgericht Dessau gebracht werden sollte, in der Sperrung stand, wurde der Urteilsspruch verschoben. Neuer Termin ist am kommenden Freitag, 7.30 Uhr.
Erstmeldung um 10.07 Uhr, zuletzt aktualisiert um 18.20 Uhr.
Titelfoto: Bildmontage: EHL Media/Erik-Holm Langhof

