Viele Tote bei Fest: Tausende schneiden sich Kopf mit Schwertern auf!

Kerbela (Irak) - Jedes Jahr feiern viele Anhänger des Islam das Ashura Fest, bei dem sie Iman Hussein gedenken, der in der Schlacht von Kerbela gefallen ist. Er gilt als der Enkel des Propheten Mohammed.

Iranische und irakische schiitische Muslime nehmen an einer rituellen Zeremonie des Feiertages Ashura in Theran teil.
Iranische und irakische schiitische Muslime nehmen an einer rituellen Zeremonie des Feiertages Ashura in Theran teil.  © Vahid Salemi/AP/dpa

Jedes Jahr nehmen Tausende schiitische Anbeter an den Zeremonien am zehnten Tag des ersten Monats im islamischen Kalender teil. In diesem Jahr war es am gestrigen Dienstag soweit. Die Zeremonien nennen sich Ashura und werden durchgeführt, um den Tod von Hussein, einem Enkel des Propheten Mohammed, zu beklagen.

Die Feste finden überall dort statt, wo die Schiiten leben: im Iran, Irak, Libanon, aber auch in Indien oder in Bahrain beispielsweise. In einigen Ländern ist das rituelle Fest sogar ein Feiertag.

Die Veranstaltung ist dabei auch sehr umstritten, da sie Selbstverstümmelung unterstützt, was im Islam eigentlich verboten ist. Auch wird bemängelt, dass es oft psychische Schäden bei den Teilnehmern hinterlässt, wie The Sun berichtet.

In der Regel begehen die Teilnehmer des Rituals den Tag mit dem Tatbir, einem Schwert. Mit einem kurzen Hieb schlagen sie sich damit auf den Kopf, so das Blut fließt.

Aber auch Geißeln kommen zum Einsatz. Die peitschenähnlichen Gegenstände mit Messerklingen werden immer wieder auf den eigenen Rücken geschlagen, bis auch dort Blut austritt.

Viele, die an dem rituellen Fest teilnehmen, glauben, dass dadurch ihre Sünden vergeben werden. Die Schiiten haben ein Sprichwort, das besagt, dass "ein einziges Mal Tränen vergießen hundert Sünden rein wäscht".

Viele Tote und Verletzte bei diesjährigen Ritualen

Schiitische Muslime nehmen an einer rituellen Zeremonie am Tag der Ashura vor der "Musa ibn Ja'far al-Kazim-Moschee" in Bagdad teil.
Schiitische Muslime nehmen an einer rituellen Zeremonie am Tag der Ashura vor der "Musa ibn Ja'far al-Kazim-Moschee" in Bagdad teil.  © Ameer Al Mohammedaw/dpa

Heutzutage werden viele Teilnehmer des Ashura ermutigt, lieber Blutspenden zu gehen. Einige Gemeinden sollen dafür Spendenaktionen mit Organisationen wie dem Roten Kreuz organisieren, erklärt The Sun.

Die Salzburger Nachrichten berichten davon, dass bei verschiedenen Ashura-Festen in Nigeria mindestens 15 Menschen ihr Leben verloren haben. Grund dafür soll die Polizei sein, die Tränengas eingesetzt und anschließend auf die Teilnehmer geschossen haben soll.

Die Veranstaltungen wurden dort von der Islamischen Bewegung Nigerias (IMN) organisiert. Alle Veranstaltungen der IMN werden jedoch als illegal angesehen. In dem Land kommt es immer wieder zu Gewalt zwischen der Organisation und Sicherheitskräften.

In Kerbela (Irak) sind bei den Feierlichkeiten laut Tagesschau 31 Gläubige gestorben und mindestens 100 weitere verletzt wurden. Es soll zu einer Massenpanik gekommen sein, als ein Laufsteg zusammenbrach und dann Chaos ausbrach, berichtet The Sun weiter. Dieser Vorfall ereignete sich demnach nicht beim Blutvergießen, sondern bei dem "Tweireej"-Lauf.

Dies ist ein weiteres Element, um den Tag zu begehen: Gegen Mittag gingen Tausende Teilnehmer über einen Steg zu einem Schrein. Dieses Ritual symbolisiert, dass die Cousins ​​des Imam Husseins aus dem nahe gelegenen Dorf Tweireej gerannt sind, um ihn zu retten. Sie konnten damals jedoch nur seinen Tod feststellen.

Da der islamische Kalender nicht deckungsgleich mit dem von uns verwendeten, gregorianischen Kalender ist, fällt Ashura im nächsten Jahr auf den 30. August. Das Fest beginnt dabei am Vorabend und endet an dem Abend, da im Islam ein Tag mit dem Sonnenuntergang beginnt.


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