Heavy-Metal-Fans hinterlassen bei "Wacken Open Air" Mahnmal der Schande

Wacken - Eigentlich sollte alles ganz anders werden: Die Veranstalter des "Wacken Open Air" riefen die Besucher vorab dazu auf, auf die Umwelt zu achten, wenig Müll zu verursachen und Sperrmüll wieder mitzunehmen.

Ein Monument der Schande haben Wacken-Besucher auf dem Zeltplatz hinterlassen.
Ein Monument der Schande haben Wacken-Besucher auf dem Zeltplatz hinterlassen.  © Screenshot/Twitter/Wacken Open Air

Unter dem Hashtag #greenwacken sollten Festivalbesucher auf Instagram zeigen, wie sauber sie ihren Zeltplatz hinterlassen.

Über 1000 Beiträge mit grünen - mal auch vom Schlamm braunen - Wiesen kamen so zusammen. Keine Spur von Müll. Ein Großteil der rund 75.000 Gäste hielt sich an den Aufruf.

Den Veranstaltern bot sich mancherorts aber auch ein ganz anderes Bild.

Sie veröffentlichten am Sonntagabend auf Twitter mit dem Hashtag #wackencouch versehene Fotos von Sperrmüllhaufen, die Heavy-Metal-Fans auf dem Wacken-Gelände zurückgelassen haben.

Es ist ein Mahnmal der Müll-Schande.

Zahlreiche Sofas, Sessel, Tische, Pavillon-Zelte, ein Gefrierschrank und sogar eine Vogelscheuche sind auf den Fotos zu sehen.

Müllberge werden von Twitter-Nutzern kritisiert

Besucher des "Wacken Open Air" feiern.
Besucher des "Wacken Open Air" feiern.  © dpa/Axel Heimken

Für die Entsorgung müssen die Veranstalter zahlen, deswegen appellierten sie zuvor an die Gäste, ihren Müll wieder mitzunehmen.

Bereits in den Vorjahren gab es viel Kritik an den zurückgelassenen Abfallbergen auf dem Zeltplatz der Metal-Fans.

Damals kommentierten die Veranstalter noch ironisch jeden Fund auf Twitter. Nun haben sie dem Müll den Kampf angesagt, um ein umweltfreundlicheres Festival zu erreichen.

Tausende WAO-Besucher haben sich daran gehalten und mit großen Anstrengungen den "heiligen Boden" vor ihrer Abreise sauber gemacht, "einige verwechseln ihn aber immer noch mit einer Deponie", schrieben die Veranstalter.

Die Hinterlassenschaften der schwarzen Schafe treffen bei Twitter auf scharfe Kritik.

"Für solche Arschlöcher, die so eine Verwüstung zurück lassen, kann man sich nur fremdschämen", kommentierte ein Nutzer. Jemand anderes schlägt ein Pfand-System vor, damit Möbel nicht liegenbleiben.

"Ich weiß, wie man sich nach einem hart durchgefeierten Festivalwochenende fühlt, aber diese Restenergie sollte man noch aufbringen" und "Unglaublich asozial sowas" lauten ein weitere Kommentare.

Die Reaktionen zeigen, dass es selbstverständlich sein sollte, aufzuräumen und den Müll ordentlich zu entsorgen. Mit der Kampagne #greenwacken wurde es vorgemacht.

Bilder der Müll-Funde nach dem Wacken-Festival

Titelfoto: Screenshot/Twitter/Wacken Open Air


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