Blutet die Antarktis? Giftiges Phänomen beobachtet!

Antarktis - Beim ersten Blick auf die Bilder schaut es so aus, als würde die Antarktis bluten. Der nahezu unberührte weiße Schnee hat sich auf einmal rosarot gefärbt. Schuld daran ist ein besonderes Naturphänomen.

Große Flächen des antarktischen Schnee haben sich rot gefärbt.
Große Flächen des antarktischen Schnee haben sich rot gefärbt.  © Screenshot/Twitter/whale_nerd

Es sind beeindruckende Bilder, die Wissenschaftler in der Antarktis gemacht haben. Dort hat sich das schier ewig weiße Eis auf einmal in die verschiedensten rosaroten Töne gefärbt.

Doch wodurch wird dieses leicht schaurig anmutende Phänomen, das auch Wassermelonen-Schnee genannt wird, eigentlich verursacht?

Schuld daran ist laut Daily Mail eine winzige Alge namens Chlamydomonas nivalis, die schon bei niedrigen Temperaturen gedeihen kann.

Kommt es im antarktischen Sommer zu einer Erwärmung der Umgebungstemperatur, werden Nährstoffe frei, und die Sporen beginnen zu keimen.

Die roten Farbpigmente der anschließenden Algenblüte mischen sich mit dem typischen Grün und erzeugen die besondere rosa Farbgebung.

Einige Menschen wagten sich anschließend daran, den Schnee zu kosten. Sie schmeckten ein leichtes Aroma von Wassermelone heraus und tauften ihn deshalb auf den Namen Wassermelonen-Schnee.

Allerdings sollten sie nicht zu viel davon essen, denn Wissenschaftler gehen davon aus, dass er giftig sein könnte.

Wassermelonen-Schnee trägt nach Meinung von Wissenschaftlern zum Klimawandel bei

Es sind beeindruckende Bilder, die Wissenschaftler von dem Naturphänomen gemacht haben.
Es sind beeindruckende Bilder, die Wissenschaftler von dem Naturphänomen gemacht haben.  © Screenshot/Twitter/whale_nerd

Doch so schön dieses seltene Naturphänomen auch aussehen mag, es tut der Antarktis gar nicht gut. Die rosarote Farbe der Algen reflektiert das Sonnenlicht nicht so gut und beschleunigt so die Schmelzrate des Eises.

Wissenschaftler der ukrainischen Vernadsky Forschungsstation, die den Schnee fotografiert hatten, sagen: "Dieser Schnee trägt zum Klimawandel bei, weil der rot-himbeerfarbene Schnee weniger Sonnenlicht reflektiert und schneller schmilzt. Infolge dessen bilden sich im Schnee immer mehr Algen."

Und auch wenn das Phänomen auf Schneefeldern in der gesamten Welt auftreten kann, erzeugt eine erhöhte Schneeschmelze in der Antarktis immer noch eine besondere Aufmerksamkeit.

Beschleunigt wird die auch durch immer neue Temperaturrekorde. Erst vor rund zwei Wochen wurde auf Seymour Island zum ersten Mal die Marke von 20 Grad Celsius geknackt (TAG24 berichtete).

Titelfoto: Screenshot/Twitter/whale_nerd


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