Wegen Kaugummi! Busfahrer mit Teleskop-Schlagstock verprügelt

Dresden - Unfassbar, diese rohe und sinnlose Gewalt ... Als ein Busfahrer (53) einen jungen Mann zur Rede stellen wollte, zückte dieser einen Teleskop-Schlagstock und drosch auf ihn ein!

Ein Bus von Taeter Tours, der in den gelben Farben der Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) unterwegs ist.
Ein Bus von Taeter Tours, der in den gelben Farben der Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) unterwegs ist.  © Ove Landgraf

Es geschah am Montagnachmittag gegen 14.30 Uhr im Stadtteil Blasewitz an der DVB-Haltestelle Enderstraße Ecke Hepkestraße. Der betroffene Busfahrer von Taeter Tours (fährt für die DVB) war auf der Linie 65 unterwegs, schilderte in einer Facebook-Gruppe für Bahn- und Busfahrer die Ereignisse so:

"Liebe Kolleginnen und Kollegen, bin fassungslos und völlig schockiert. (...) Geht ein junger Mann am Bus vorbei und spuckt mir seinen Kaugummi ins Cockpit. Ich raus und will den jungen Mann zur Rede stellen. Da greift der in seinen Rucksack und holt einen Teleskop-Schlagstock raus und schlägt auf mich, Resultat Platzwunde und diverse Hämatome am ganzen Körper." (Text bearbeitet)

Dann macht sich der Schläger (etwa 25 Jahre) einfach aus dem Staub.

Rettungskräfte und Polizisten eilen zum Tatort, versorgen den Verletzten und nehmen die Ermittlungen auf. Polizeisprecher Stefan Grohme (53) zu TAG24: "Wir ermitteln wegen gefährlicher Körperverletzung."

Mit einem solchen Teleskopschlagstock wurde der Busfahrer attackiert (Symbolbild).
Mit einem solchen Teleskopschlagstock wurde der Busfahrer attackiert (Symbolbild).  © 123RF

DVB-Sprecher Falk Lösch (53) äußerte sich sehr betroffen: "Einen Busfahrer mit einem Schlagstock zu attackieren, das geht überhaupt nicht. Wir hoffen, dass es dem Kollegen schnell besser geht und die Polizei den Täter schnell ermitteln kann."

Nach Löschs Angaben musste der Bus eine Stunde stehenbleiben und wurde dann von einem anderen Fahrer übernommen.

Der Sprecher weiter: "Zum Glück sieht es in Dresden im Vergleich zu anderen Städten noch relativ glimpflich aus. Meine Kollegin aus Berlin beispielsweise berichtete mal von drei Raubüberfällen in Bussen in einer Woche."

Hauptproblem: Die Fahrer befinden sich im Gegensatz zu einer Straßen- oder U-Bahn mitten unter den Fahrgästen. Wie können sie sich schützen? DVB-Sprecher Lösch: "Sie bekommen natürlich im Unterricht Deeskalationstraining. Aber wenn jemand Dir spontan was über die Rübe zieht, dann ist alles Gelernte Schall und Rauch."

Bei Taeter Tours war niemand der Verantwortlichen für eine Stellungnahme zu erreichen.

Wer den Vorfall am Montagnachmittag an der Haltestelle Ender-/Hepkestraße gesehen hat oder Hinweise geben kann, möge sich bitte bei der Polizei unter Telefon 0351/4832233 melden.


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