Berlin - Der Mittagssprung bei den Spritpreisen ist am Donnerstag wieder stärker ausgefallen. Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) dämpft unterdessen die Hoffnung auf schnelle Entlastungen wegen der hohen Spritpreise. Die Bundesregierung sei "in engstem Dialog", man solle aber nicht mit kurzfristigen Entscheidungen rechnen, sagte der CDU-Chef in Berlin.
Superbenzin der Sorte E10 verteuerte sich von 11.45 bis 12.15 Uhr im bundesweiten Durchschnitt um 8 Cent, wie der ADAC mitteilt. Diesel legte um 7,1 Cent zu.
Allerdings lagen die Preise für die Kraftstoffe sowohl vor als auch nach der mittäglichen Erhöhung deutlich niedriger als zum jeweils gleichen Zeitpunkt des Vortages.
E10 war kurz vor dem Sprung bis auf 2,091 Euro pro Liter gefallen, Diesel bis auf 2,333 Euro. Nach der Erhöhung waren es 2,171 beziehungsweise 2,404 Euro – also 3,7 beziehungsweise 6,7 Cent weniger als nach dem Sprung am Mittwoch.
Die im Vergleich zum Mittwoch niedrigeren Preise um die Mittagszeit deuten darauf hin, dass auch der Tagesdurchschnittspreis für den Donnerstag einige Cent niedriger ausfallen könnte.
Sollten die Preise entgegen der aktuellen Entspannungssignale weiter und dauerhaft deutlich steigen, werde die Regierung aber handeln. "Wir werden dann mit gezielten Entlastungen reagieren", versprach Merz.
Keine Einigkeit über Maßnahmen
Zunächst einmal hätten die Märkte aber auf die Ankündigung einer zweiwöchigen Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran reagiert, argumentierte der Kanzler. Die Situation bleibe aber angespannt, weil man von einem Frieden noch weit entfernt sei.
Es werde Zeit brauchen, bis der Transport über die Straße von Hormus stabil und zerstörte Produktionsanlagen wieder aufgebaut seien. "Wir haben die hohen Kosten im Blick", versicherte der Kanzler.
Über mögliche Maßnahmen gebe es in der Bundesregierung aber noch keine Einigkeit. Er erwarte, dass Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) und Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) gemeinsam Vorschläge machten, betonte Merz. Dabei müsse der Grundsatz gelten, dass der Bund Bürger und Unternehmen nicht vor jeder Verwerfung schützen könne.
Merz betonte: Wenn es Entlastungen gebe, müssten diese direkt und gezielt bei Bürgerinnen und Bürgern ankommen. Es dürfe keine Eingriffe in den Markt geben, die zu Versorgungsengpässen führten - wie es Preisdeckel in anderen europäischen Ländern getan hätten.
Erstmeldung von 13.49 Uhr, zuletzt aktualisiert um 17.14 Uhr