Leipzig/Taucha - Eine der führenden deutschen Firmen für Solaranlagen steht vor dem Aus: Energiekonzepte Deutschland (EKD) mit Sitz in Leipzig muss Berichten zufolge Insolvenz anmelden. Betroffen sind rund 340 Mitarbeiter.
Zuerst berichtete bereits am Mittwoch das Nachrichtenmagazin Taucha kompakt über die bevorstehende Insolvenz des Solar-Riesen, der laut Handelsblatt hinter Enpal und Eon als die Nummer 3 am deutschen Markt gehandelt wurde. Doch auf den rasanten Aufstieg des erst 2018 gegründeten Unternehmens folgte nun offenbar der tiefe Fall.
Auf Anfrage von TAG24 bestätigte eine Firmensprecherin, dass EKD am 2. Oktober einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beim Amtsgericht Leipzig gestellt hat.
"Ziel der Geschäftsführung ist es, gemeinsam mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter einen Weg zur Sanierung des Unternehmens zu finden", sagte sie weiter. Dafür würden jetzt Optionen geprüft.
Die Investmentgesellschaft Pemberton Asset Management, die die EKD 2025 übernommen hatte und die Sanierung unterstützen wollte, bestätigte Taucha kompakt, dass man der EKD Holding kein Geld mehr zur Verfügung stellen werde. Dies sei der Führungsebene schon vergangenen Freitag mitgeteilt worden.
Zuvor soll sich die Unterstützung seit der Übernahme auf fünf Millionen Euro pro Monat belaufen haben. Gleichzeitig habe der Investor ein tragfähiges Konzept verlangt, das aber wohl nie vorgelegt wurde.
"Angesichts des anhaltenden, starken Marktrückgangs wurde kürzlich deutlich, dass das Geschäftsmodell nicht mehr tragfähig ist", sagte ein Sprecher gegenüber dem Nachrichtenmagazin aus Taucha.
Wie geht es für die rund 340 Angestellten weiter?
Wurde EKD vor drei Jahren noch hoch gehandelt im Solar-Business - man installierte in all den Jahren insgesamt rund 45.000 Solaranlagen in Deutschland -, fuhr das Unternehmen 2024 bereits einen Verlust von mehr als 40 Millionen Euro ein.
Die 340 betroffenen Angestellten sollen am Mittwoch im Rahmen einer außerordentlichen Mitarbeiterversammlung über die Insolvenz informiert worden sein. Deren Löhne und Gehälter sind den Angaben der Unternehmenssprecherin zufolge über das Insolvenzgeld abgesichert.
Außerdem: "Der Geschäftsbetrieb läuft uneingeschränkt weiter. (...) Für Kund:innen bleibt unser Kundenservice die Anlaufstelle."
Schon im vergangenen Jahr war die EKD in die Schlagzeilen geraten, nachdem man überraschend 86 Mitarbeitern gekündigt hatte. Dass dies aus wirtschaftlichen Gründen geschah, wurde angezweifelt.
Vielmehr hätten die Beschäftigten Berichten zufolge einen Betriebsrat gründen wollen, was so unterbunden werden sollte. EKD stritt die Vorwürfe vehement ab.
Erstmeldung von 10.42 Uhr, aktualisiert um 12.10 Uhr.