Verschwörung am Himmel? Wissenschaftler erklären Chemtrails offiziell zu Wolken

Diese "Chemtrails" sind nun Wolken - zumindest stehen sie jetzt im Wolkenatlas der WMO - sie heißen: Homomutatus.
Diese "Chemtrails" sind nun Wolken - zumindest stehen sie jetzt im Wolkenatlas der WMO - sie heißen: Homomutatus.  © TAG24

Berlin/Genf - Kaum zeigen sich komische Streifen am Himmel, schreit die halbe Welt "Vorsicht, Chemtrails!" Eigentlich sind es normale Kondensstreifen, die von Flugzeugen erzeugt werden.

Doch Verschwörungstheoretiker behaupten, diese Streifen seien giftige Chemikalien, die im Auftrag von Geheimdiensten versprüht werden, um die Menschheit zu kontrollieren oder auszurotten...

Jetzt kommt es noch dicker für die Verschwörer: Denn die wissenschaftliche "Weltvereinigung der Meteorologen" (WMO) hat die Himmelsstreifen offiziell als "Wolkenform im Wolkenatlas" eingetragen.

Dieser Wolkenatlas wurde nun erstmals seit 30 Jahren neu herausgebracht. Bei der Lektüre werden die Verschwörungstheoretiker sprichwörtlich aus allen Wolken fallen:

Im Wolkenatlas werden zehn Wolkengattungen, 15 Wolkenarten sowie neun Wolkenunterarten unterschieden. Hier sehen wir die Art namens Fluctus (Woge)
Im Wolkenatlas werden zehn Wolkengattungen, 15 Wolkenarten sowie neun Wolkenunterarten unterschieden. Hier sehen wir die Art namens Fluctus (Woge)  © DPA

Denn die vermeintlichen Chemtrails sind nun offiziell eine Wolkenart. Diese heißt "Homomutatus" (lat.: vom Menschen gemacht).

In der Regel ist jede Wolke einer Gattung zuzuordnen, dazu gehören etwa hohe Federwolken (Cirrus) oder auch Haufenwolken (Cumulus).

Wolkengattungen unterteilen sich wiederum in Wolkenarten, die Eigenheiten in Gestalt (faserig, flockig, ausgefranst) und Unterschiede im inneren Aufbau aufweisen.

Weitere neue Wolkenarten sind:

  • Cauda (Schwanz): Sie bezieht sich auf Wolken, die wie der Schwanz einer Sternschnuppe aussehen.
  • Fluctus (Woge) sind Wolken, die wie Wellen kurz vor dem Brechen anmuten.
  • Murus (Wand) beschreibt eine Wolkenwand.
  • Cavum (Höhle), das wolkenlose Loch, das sich manchmal wie ein Auge in einer Wolkenschicht zeigt.
  • Wolken, die sich bei Wasserfällen bilden, heißen Cataractagenitus.
  • Flammagenitus sind solche, die sich nach Vulkaneruptionen oder Waldbränden bilden und wie ein Atompilz aussehen.
  • Homogenitus heißen die Wolken über Schornsteinen oder Kühltürmen.
  • Silvagenitus diejenigen, die über Wäldern aufsteigen.
  • Und letztendlich die chemtrail-verdächtigen Homomutatus. Das sind Kondensstreifen von Flugzeugen, die sich nicht sofort verflüchtigen, sondern zerfasert lange am Himmel stehen bleiben.

Für Chemtrail-Gläubige ist die neue "Wissenschaftliche Einordnung" der Streifen sicher auch Teil der Verschwörung: Denn Bürger, die an "Chemtrails" glauben, werden sich auch nicht von der Wissenschaft überzeugen lassen, oder...?

 Keine Chemtrails, sondern Wolken, die nun "Homomutatus" (lat.: vom Menschen gemacht) heißen.
Keine Chemtrails, sondern Wolken, die nun "Homomutatus" (lat.: vom Menschen gemacht) heißen.  © DPA

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