Vernichtendes Zeugnis! Thermomix fliegt im ARD-Test durch

Eine Person bedient den Thermomix, den Küchen-Assistenten von Vorwerk.
Eine Person bedient den Thermomix, den Küchen-Assistenten von Vorwerk.  © DPA

Wuppertal / Köln - "Clever kochen, einfach genießen". So wirbt das Unternehmen Vorwerk auf seiner Website für den Haushalts-Allrounder Thermomix, der sich großer Beliebtheit erfreut.

Die ARD-Sendung "Markencheck" hat das Küchengerät in der jüngsten Folge ganz genau unter die Lupe genommen und kommt zu einem vernichtenden Ergebnis.

Der Videoclip beginnt mit positiven Stimmen aus der Fußgängerzone: Als "Mercedes für Hausfrauen" wird der Thermomix dort bezeichnet. "Wir haben alles von Vorwerk, von Staubsaugern bis Küchengeräte", geraten Passanten dort ins Schwärmen.

Doch können die Experten dieses Urteil bestätigen? Die ARD-Macher testeten den intelligenten und stark verkauften Küchen-Gehilfen deshalb in insgesamt vier Kategorien und stellen der Vorwerk-Erfindung ein insgesamt schlechtes Zeugnis aus.

Als Testperson wurde Stefan, ein selbst ernannter Kochlaie, ausgewählt. Der ultimative Thermomix-Check wirft einen Blick auf vier verschiedene Faktoren.

Geling-Garantie

Koch-Muffel Stephan versucht sich dank Anleitung des Geräts für Einkaufszettel und Rezepte bei der Herstellung von Pizza, Fleischgerichten oder Apfelkuchen. Die Ergebnisse bekommen seine Freundin und Sternekoch Frank Oehler aufgetischt: "Gelungen ist das schon. Es hat halt nur nicht geschmeckt", kommt der Gourmet zu einem eher enttäuschenden Fazit.

Der Thermomix kostet knapp 1300 Euro. Ist er sein Geld wert und überzeugt durch Qualität? Das wollte der ARD-Markencheck herausfinden.
Der Thermomix kostet knapp 1300 Euro. Ist er sein Geld wert und überzeugt durch Qualität? Das wollte der ARD-Markencheck herausfinden.  © DPA

Qualität

Diese Resultate können sich für Hersteller Vorwerk sehen lassen. Verglichen mit zwei ähnlichen Verkaufs-Äquivalenten bringt es der 1299 Euro teure Thermomix auf bis zu 500 Betriebsstunden und übertrifft damit die billigere Konkurrenz in Sachen Durchhaltevermögen deutlich.

Kultfaktor

Auch was den Kultfaktor betrifft, kann der Thermomix punkten. Das liegt aber auch daran, dass es der Konzern schafft, Besitzer und Besitzerinnen des smarten Küchen-Assistenten als Werbevertreter auf Provisionsbasis zu engagieren.

Solche Personen drehen bereitwillig Videos über die Vorzüge des Geräts. Die Thermomix-Fan-Gemeinde soll so eingeschworen sein, dass sich die Vorwerk-Anhänger von schlechten Kritiken regelrecht eingeschüchtert oder bedroht fühlen.

Fairness

Hier bekommt das Unternehmen noch einmal ordentlich sein Fett weg. Einerseits kritisieren die Macher der ARD-Sendung die Steuerpolitik der Wuppertaler Firma mit Sitz in der Schweiz. Dies sei alles andere als sozial. Ein Finanzfachmann wirft Vorwerk in Deutschland vor, dass sich der Hersteller "aggressiv armrechnen" würde.

Zudem teilt ein Mitarbeiter der Firma mit, dass er "scheinselbstständig" für Vorwerk gearbeitet hätte und sich nur mit Hilfe staatlicher Zuschüsse über Wasser hätte halten können.

Ganz zu schweigen von Personen, die schildern, dass sie beim Umgang mit dem Thermomix schwere Verbrennungen erlitten hätten.

Fazit: Obwohl Thermomix zu teurem Preis ein leistungsfähiges und qualitativ hochwertiges Gerät mit hohem Kultfaktor anbietet, lässt das Produkt in Sachen Geling-Garantie und in puncto Fairness zu wünschen übrig.


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