Plötzlich erwachsen: Das macht Wunderkind Elin Kolev jetzt

© Igor Pastierovic

Zwickau/Karlsruhe- Jung, außergewöhnlich talentiert, Wunderkind: Elin Kolev. In Zwickau begann die Karriere des Geigers, und dort hat TAG24 den mittlerweile 20-Jährigen auch zum Interview getroffen.

Warum er sich selbst eine Rampenlichtpause verordnet hat und was sein nächstes musikalisches Projekt wird, hat er uns erzählt. Und Kolev antwortet auf die Frage: Was ist aus dem "Wunderkind" von damals geworden?

"Ein Musiker, ganz einfach", antwortet Kolev auf diese Frage. "In der letzten Zeit habe ich mich ein bisschen von der Bühne zurückgezogen, mir selbst eine Rampenlichtpause verordnet, um mich mehr auf den Abschluss meines Studiums zu konzentrieren." Seit gut vier Jahren studiert der Geiger in Karlsruhe "Music and Arts", macht jetzt bald seinen Bachelor.

Vor Kurzem wurde Kolev zum Ehrenkünstler in Bad Elster ernannt, trägt seit diesem Jahr auch den Titel "Newtalent" des Südwestrundfunks. "Das beinhaltet eine dreijährige Förderung, meine Auftritte werden beispielsweise live aufgezeichnet und Tonträger werden produziert."

© Sven Gleisberg

Neue Projekte

In den kommenden zwei Jahren will der Geiger aus Zwickau aber weniger als Solist auf der Bühne stehen. "Ich arbeite aktuell an einem Kammermusikprojekt. So will ich ein neues Bewusstsein für klassische Musik schaffen und zeigen, wie viel Musik und Können in diesen Ensembles steckt." Elin Kolev übernimmt dabei - natürlich - den Violinenpart, zwei befreundete Musiker kommen mit Klavier und Cello dazu. "Wir wollen die Klassik von der Bühne ins Wohnzimmer bringen."

Heimatstadt Zwickau

Seine Heimatstadt Zwickau besucht der Musiker nur selten. "Aber immer, wenn es die Zeit zulässt, meist zwischen den Semestern oder eben wie jetzt, wenn ich für Auftritte in der Nähe bin." Die Stadt bedeute ihm sehr viel. "Hier wohnen meine Freunde und meine Familie, hier bin ich groß geworden und hier habe ich am Robert Schumann Konservatorium meine Karriere begonnen."

Hier ist er aufgewachsen und hat seine ersten musikalischen Erfahrungen gesammelt: Die Schumann-Stadt Zwickau ist Elin Kolevs Heimat.
Hier ist er aufgewachsen und hat seine ersten musikalischen Erfahrungen gesammelt: Die Schumann-Stadt Zwickau ist Elin Kolevs Heimat.  © Klaus Jedlicka

Schumann habe in der Musikgeschichte eine besondere Rolle. "Seine Werke aufzuführen, ist musikalisch eine große Hürde." Egal ob in Zwickau oder in einer anderen Stadt, Elin wäre wohl so oder so zur klassischen Musik gekommen. "Allein schon durch meine Eltern, die ja auch Violinisten sind. Aber die Werke Schumanns haben mich geprägt und ich bin sehr stolz darauf, aus Zwickau zu kommen."

Thema Wunderkind

"Dass ich als Wunderkind bezeichnet wurde, habe ich gar nicht so richtig verstanden, als ich jünger war", erinnert sich Kolev zurück. "Es ist ja eher ein Begriff, den die Medien geprägt haben. Ich denke, vielleicht sollte das auch ein Stück weit Hilfeleistung sein, das Besondere herauszustellen und einen möglichst weit auf seinem eingeschlagenen Weg voranzubringen."

Die Bezeichnung "Wunderkind" habe ihn aber nicht zusätzlich unter Druck gesetzt.

"Klar, mein Leben ist bisher anders verlaufen als das vieler Gleichaltriger. Aber das war eben mein ganz persönlicher Weg, den ich eingeschlagen habe. Ich möchte der Hochkultur in Sachsen dienlich sein."


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