Vetternwirtschaft bei VW? Das sagt der Betriebsrat

Betriebsrats-Chef Jens Rothe (47, Kreis) weist die Vorwürfe der Vetternwirtschaft zurück. (Bildmontage)
Betriebsrats-Chef Jens Rothe (47, Kreis) weist die Vorwürfe der Vetternwirtschaft zurück. (Bildmontage)  © DPA

Zwickau - Schlammschlacht bei Volkswagen! Seit Monaten beschuldigen Mitarbeiter den Betriebsrat in anonymen Briefen, er würde "Bekannte" bei der Einstellung im Werk bevorzugen.

Vor einer Woche eskalierte die Lage: Eine Mitarbeiterin behauptete auf der Betriebsversammlung, Betriebsräte würden Familienangehörige schützen oder bevorteilen.

Die Mitarbeiterin fuhr vor knapp 3000 Zuhörern schwere Geschütze auf. Ein Betriebsrat habe Druck ausgeübt, damit seine Ex-Frau und seine Tochter einen Arbeitsvertrag bei VW erhielten - trotz Einstellungsstopp.

Auch den Betriebsrats-Chef Jens Rothe (47) griff die Mitarbeiterin scharf an. Dessen Sohn sei am Automatenbetrug 2013 beteiligt gewesen. Um Nachforschungen zu umgehen, habe Rothe seinen Sohn ins Motorenwerk versetzen lassen.

Jens Rothe ist stinksauer: "Da bewirft uns jemand mit Schmutz. Alle Vorwürfe sind unwahr - mein Sohn war nie in Chemnitz eingesetzt. Und am Automatenbetrug war er auch nicht beteiligt." In der Betriebsratszeitung "WerkBlick" schrieb Rothe: "Die Vorwürfe gegen Betriebsrat und Unternehmen nehmen wir sehr ernst." Er lasse alle Vorwürfe im VW-Aufklärungsoffice prüfen.

Ein Gewerkschafter, der an der Betriebsversammlung teilnahm, ist von den Vorwürfen peinlich berührt: "Das war üble Nachrede. Grausam, was hier passiert."


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