Fast 50 Prozent mehr E-Scooter-Unfälle in NRW: So soll der Negativtrend gestoppt werden
Von Frank Christiansen
Düsseldorf - Über 4200 Unfälle mit E-Scootern gab es im Jahr 2025 in NRW. Das ist ein Anstieg von 48,34 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Nun sollen strengere Regeln den Negativtrend stoppen.
Das fordert der Städtetag Nordrhein-Westfalen. Demnach sollen E-Scooter-Fahrer künftig einen Nachweis über ihre Kenntnisse der Verkehrsregeln und Gefahren vorlegen müssen. Darauf habe sich der Vorstand des Städtetages verständigt, berichtete die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung".
"Wer einen E-Scooter fährt, sollte vorher nachweisen müssen, dass er dafür die wichtigsten Verkehrsregeln und Risiken kennt", sagte Städtetags-Geschäftsführer Christian Schuchardt der Zeitung.
Immer wieder komme es demnach zu gefährlichen Situationen und teils schweren Unfällen, bei denen auch Fußgänger und Radfahrer betroffen seien.
Nach Angaben des Städtetages sollten Mietroller-Nutzer vor der ersten Fahrt eine verbindliche digitale Sicherheitseinweisung absolvieren, etwa über die App der Anbieter. Auch automatische Geschwindigkeitsbegrenzungen in stark frequentierten Fußgängerbereichen seien denkbar.
Unfallzahlen in NRW steigen immer weiter
Zudem fordern die Kommunen mehr Möglichkeiten, die gewerblichen E-Scooter-Angebote vor Ort zu steuern. Städte sollten festlegen können, wo die Roller abgestellt werden dürfen und wie viele Fahrzeuge gleichzeitig unterwegs sein dürfen.
Die Unfallzahlen in Nordrhein-Westfalen sind zuletzt deutlich gestiegen. Im Jahr 2025 zählten die Behörden nach den Angaben des Innenministeriums insgesamt 4.281 Unfälle mit Beteiligung von E-Scooter. Dabei sind rund 3.909 Menschen zu Schaden gekommen. Auch Kinder unter 14 Jahren waren unter den Betroffenen, obwohl sie E-Scooter noch nicht nutzen dürfen.
Titelfoto: Martin Gerten/dpa
