Von Volker Danisch
Köln/Bielefeld - Schüsse auf Geschäfte, Gastronomiebetriebe oder sogar auf Wohnhäuser: Nahezu täglich finden jüngst solche gefährlichen Angriffe in Nordrhein-Westfalen statt. Meist feuern die Täter in der Nacht.
Ob es einen Zusammenhang bei den zahlreichen Fällen in den vergangenen Tagen gibt, müssten noch die laufenden Ermittlungen zeigen, sagte der Landesvorsitzende des Bundes Deutscher Kriminalbeamte, Oliver Huth.
Er vermutet hinter einem Teil der Taten die sogenannte "Gen-Z-Mafia". Dabei soll es sich um junge, teils illegal in der EU lebende türkische Täter handeln, die vor allem türkische Geschäftsleute ins Visier nehmen.
Das Vorgehen: Erst werden Gebäude beschossen und anschließend Geldforderungen gestellt - oder die Forderung kommt zuerst. Teilweise sollen die Täter dabei sogar Maschinenpistolen einsetzen.
Die Polizei sieht zwar keine konkrete Bedrohung für die Bevölkerung, dennoch bestehe eine abstrakte Gefahr, da auch aus fahrenden Autos geschossen werde.
Rund 20 Fälle in NRW: Schüsse in mehreren Städten
Laut LKA NRW gibt es inzwischen rund 20 entsprechende Sachverhalte. In sechs Fällen fielen Schüsse, in zwei weiteren wurde Munition in einem Kuvert hinterlassen. Seit Februar werden solche Taten in NRW gesondert erfasst. Schwerpunkte liegen vor allem entlang der Rhein-Ruhr-Schiene.
Ob die jüngsten Schüsse tatsächlich auf das Konto dieser Gruppierungen gehen, muss allerdings noch geklärt werden. Auch andere Streitigkeiten im kriminellen Milieu kommen als Hintergrund infrage.
Allein in den vergangenen Tagen wurden Schüsse unter anderem in Bielefeld, Köln, Brühl und Troisdorf gemeldet. Verletzt wurde dabei nach bisherigen Angaben niemand.