Nach Angriff auf Kraftwerk bei Köln: Vollbetrieb erst in der kommenden Woche möglich

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Von Volker Danisch, Bettina Grönewald, Oliver Auster

Bergheim/Düsseldorf - Nach dem Angriff auf das Umspannwerk in Bergheim im Rheinland wird die volle Kraftwerkskapazität erst in der kommenden Woche und damit später als zunächst vermutet wieder bereitstehen.

Im Kraftwerk Niederaußem in Bergheim bei Köln konnten zwei Blöcke noch immer nicht ans Netz angeschlossen werden.
Im Kraftwerk Niederaußem in Bergheim bei Köln konnten zwei Blöcke noch immer nicht ans Netz angeschlossen werden.  © Thomas Banneyer/dpa

Seit Mittwochabend sind drei der insgesamt fünf betroffenen Kraftwerksblöcke wieder am Netz. 

Nach neuen Angaben von RWE Power wird die Wiederinbetriebnahme von Kraftwerksblock K am Standort Niederaußem voraussichtlich am kommenden Dienstag erfolgen.

Als Grund für die spätere Wiederinbetriebnahme des Blocks nannte ein Sprecher von RWE Power notwendige Prüfungen. 

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Noch am Mittwoch war das Unternehmen davon ausgegangen, dass der Kraftwerksblock Niederaußem K wie der Block Niederaußem G im Laufe des kommenden Wochenendes wieder ans Netz genommen werden könnte.

Bei dem Kraftwerksblock Niederaußem G bleibt es bei dieser Einschätzung. 

NRW-Innenminister Herbert Reul fordert stärkere Überwachung von kritischer Infrastruktur

Der Angriff auf das Kraftwerk wird in der kommenden Woche auch Thema im Landtag von Nordrhein-Westfalen sein.
Der Angriff auf das Kraftwerk wird in der kommenden Woche auch Thema im Landtag von Nordrhein-Westfalen sein.  © Thomas Banneyer/dpa

Kommende Woche Donnerstag soll der Fall auch Thema im Landtag von Nordrhein-Westfalen werden. Die SPD hat einen Bericht für den Innenausschuss angefordert. Die Opposition will laut Antrag unter anderem wissen, wie der aktuelle Ermittlungsstand ist und wie Landesregierung und Betreiber die kritische Infrastruktur besser schützen wollen.

NRW-Innenminister Herbert Reul (74, CDU) dringt unterdessen auf zusätzliche Möglichkeiten für die Betreiber wichtiger Einrichtungen. "Wir sind ja bei Videoanlagen, überhaupt bei allen Fragen, wo es um Eingriffe in Bürgerrechte oder um Datenschutz geht, in Deutschland extrem sensibel", sagt Reul im Morgenmagazin von WDR 2. 

"So, jetzt merken wir, was das bedeutet." Bislang sei es den Betreibern kritischer Infrastruktur nicht erlaubt, ihre Anlagen etwa zur Stromversorgung mit Videokameras zu überwachen. Die kritische Infrastruktur müsse aber besser geschützt werden. 

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Die Ermittler sehen auffällige Parallelen: Am Dienstagmorgen starteten Unbekannte in der Nähe des Umspannwerks Turnow-Preilack unweit des Kraftwerks Jänschwalde in Brandenburg einen Angriff auf die Stromversorgung. Dazu lenkten sie nach Angaben der Landesregierung mithilfe selbstgebauter Flugkörper, die Silvesterraketen ähnelten, leitfähiges Material in Richtung der Höchstspannungsleitungen. 

Am Dienstagabend kam es zu einer Störung an einem Umspannwerk in Bergheim bei Köln. Unbekannte hätten Kabel über die Oberleitung gebracht und so einen Kurzschluss verursacht, sagte Reul. In der Nähe beider Orte fand man nach Behördenangaben Abschussvorrichtungen und Pyrotechnik, die womöglich bereits vor längerer Zeit installiert worden waren. 

Titelfoto: Thomas Banneyer/dpa

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