NRW-Innenminister Reul kündigt harte Linie gegen "Gen Z"-Proteste an: "Proteste sind legitim, Randale werden wir stoppen"

❤️️
😂️
😱️
🔥️
😥️
👏️

Von Bettina Grönewald, Volker Danisch

Düsseldorf - Am Samstag (31. Oktober) wollen sich auch in Nordrhein-Westfalen Tausende Teilnehmer an der bundesweiten Protestaktion der "Generation Z" für bessere Bildung und gegen soziale Ungerechtigkeit beteiligen. Innenminister Herbert Reul (74, CDU) will mit harter Hand gegen Randalierer vorgehen.

Auch in Nordrhein-Westfalen wollen Tausende junge Menschen an Halloween nach französischem Vorbild auf die Straße gehen, um für bessere Bildung und gegen soziale Ungerechtigkeit zu demonstrieren. (Symbolbild)
Auch in Nordrhein-Westfalen wollen Tausende junge Menschen an Halloween nach französischem Vorbild auf die Straße gehen, um für bessere Bildung und gegen soziale Ungerechtigkeit zu demonstrieren. (Symbolbild)  © Marcus Golejewski/dpa

Nach Erkenntnissen des NRW-Verfassungsschutzes mobilisieren auch Akteure aus dem linksextremistischen Spektrum und dem auslandsbezogenen Extremismus - bis hin "zur Verbindung von linksextremistischer Symbolik mit Gewalthandlungen". Das teilte das NRW-Innenministerium auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa) in Düsseldorf mit.

Reul (CDU) kündigte einen harten Kurs gegen Chaoten an. "Die Bilder aus Frankreich und Italien sind erschreckend: Brände, Plünderungen, Gewalt", verurteilte der CDU-Politiker die Ausschreitungen bei den europäischen Nachbarn. 

"Wer in Nordrhein-Westfalen Proteste missbraucht, um Hass und Chaos zu organisieren, der wird auf eine Polizei treffen, die robust dagegenhält", stellte Reul klar. "Wir werden nicht akzeptieren, dass ein marodierender Mob unsere Städte zerstört: Proteste sind legitim, Randale werden wir stoppen."

Hacker-Angriff? NRW-Landtag lahmgelegt
Nordrhein-Westfalen Hacker-Angriff? NRW-Landtag lahmgelegt

Per Erlass seien bereits Vorkehrungen getroffen worden, um die Polizeibehörden in NRW umfassend zu sensibilisieren, an Halloween deutlich Präsenz zu zeigen und insbesondere bei Gewalttätigkeiten offensiv und konsequent einzuschreiten. Der Polizei in NRW lägen aber "aktuell keine konkreten Hinweise zu möglichen gewalttätigen Aktionen oder Ausschreitungen vor", berichtete das Innenministerium.

Protestbewegung rechnet mit zigtausend Teilnehmern

NRW-Innenminister Herbert Reul (74, CDU) hat einen harten Kurs gegen Randalierer angekündigt.
NRW-Innenminister Herbert Reul (74, CDU) hat einen harten Kurs gegen Randalierer angekündigt.  © David Ebener/dpa

Laut Aktions-Homepage der Protestbewegung hatten sich zum Montag bundesweit mehr als 134.000 Teilnehmer in 23 Städten zu den Protesten angemeldet. Allerdings seien diese Zusagen "keine Garantie, dass vor Ort genauso viele Menschen teilnehmen", heißt es dort.

In NRW soll es auf jeden Fall Protestkundgebungen geben in Aachen, Bielefeld, Bonn, Dortmund, Düsseldorf, Essen, Köln und Münster. Allerdings bleiben die bei der Polizei angemeldeten Teilnehmerzahlen bislang weit hinter den Ankündigungen der Aktivisten zurück. 

Während laut deren Homepage allein in NRW fast 40.000 Teilnehmer zu erwarten wären, sind bei der Polizei insgesamt nicht einmal 10.000 angemeldet. In Bonn und Dortmund gab es bis zum Montag noch gar keine offizielle Versammlungsanzeige, in Essen, Düsseldorf und Münster zunächst nur im niedrigen zwei- oder dreistelligen Bereich. Unabhängig von den Anmeldezahlen seien die Polizeibehörden vor Ort aber auf alles vorbereitet, versicherten mehrere Sprecher auf dpa-Anfrage. 

Sturmtief "Luise" fegt über Deutschland: 70-Meter-Windrad abgebrochen!
Nordrhein-Westfalen Sturmtief "Luise" fegt über Deutschland: 70-Meter-Windrad abgebrochen!

Eine Beteiligung linker beziehungsweise linksextremistischer Gruppierungen oder auslandsbezogener Extremisten sei nicht auszuschließen, stellte das NRW-Innenministerium fest. Gleichwohl gebe es bislang keine konkreten Anhaltspunkte für Störungen beziehungsweise für die Erwartung, dass es zu vergleichbaren Entwicklungen wie in Frankreich kommen werde.

Zur Einsatzbewältigung stünden am 31. Oktober "in größtmöglichem Umfang Kräfte der Bereitschaftspolizei zur Verfügung", um auf unterschiedliche Einsatzszenarien angemessen reagieren zu können.

Dafür will die "Gen Z"-Initiative demonstrieren

Die Initiative "Gen Z steht auf" ruft für den 31. Oktober in zahlreichen deutschen Städten zu Protesten auf. Dabei soll es den Angaben zufolge unter anderem um Bildung, ein bezahlbares Leben, Klimaschutz und die Ablehnung einer Wehrpflicht gehen. Der Generation Z gehören, grob gesagt, die von 1995 bis 2010 Geborenen an.

In den meisten Städten in NRW wurden Kundgebungen dazu von Privatpersonen angemeldet, in Münster hingegen von der Bildungs-Gesellschaft für Arbeiter*innen. Die Landesschülervertretung (LSV) in NRW unterstützt die Forderungen der Initiative "Gen Z regelt". 

Titelfoto: Bildmontage: Marcus Golejewski/dpa, David Ebener/dpa

Mehr zum Thema Nordrhein-Westfalen: