Umfrage-Hammer in NRW: AfD erstmals stärkste Kraft, CDU mit Kanzler Merz im Tiefflug
Köln - Die AfD ist weiter im bundesweiten Höhenflug: Nachdem sich die Partei zuletzt bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern jeweils die meisten Stimmen gesichert hat, zeigt sich auch in NRW ein klarer Aufwärtstrend.
Stünden am kommenden Sonntag Bundestagswahlen an, würde sich die AfD in NRW unter Führung von Landeschef Martin Vincentz (40) einen Stimmenanteil von 24 Prozent sichern - und damit erstmals überhaupt stärkste Kraft im bevölkerungsreichsten Bundesland werden. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage von Forsa im Auftrag des "Kölner Stadt-Anzeiger".
Demnach würde insbesondere die CDU an Boden verlieren und lediglich 22 Prozent aller Stimmen erhalten. Bei der vorigen Wahl im Jahr 2025 ergatterte die Kanzlerpartei noch stolze 30,1 Prozent.
Ebenso einbüßen würden SPD mit 14 Prozent (2025: 20 Prozent) und FDP mit 3 Prozent (2025: 4,4 Prozent), während sich Grüne (2026: 18 Prozent; 2025: 12,4 Prozent) und Linke (2026: 12 Prozent; 2025: 8,3 Prozent) über einen Zuwachs freuen dürften.
Im Falle einer Landtagswahl würde die CDU in NRW allerdings weiterhin die Nase vorn haben: Mit einem Stimmenanteil von 29 Prozent bliebe die Partei von Ministerpräsident Hendrik Wüst (51) weiterhin stärkste Kraft - auch, wenn sie im Vergleich zur vorigen Landtagswahl im Jahr 2022 auch hier herbe Verluste hinnehmen müsste. Damals setzten noch 35,7 Prozent aller Bürgerinnen und Bürger ihr Häkchen bei der CDU.
Dahinter folgen AfD (2026: 22 Prozent; 2022: 5,4 Prozent), Grüne (2026: 18 Prozent; 2022: 18,2 Prozent), SPD (2026: 14 Prozent; 2022: 26,7 Prozent), Linke (2026: 8 Prozent; 2022: 2,1 Prozent) und FDP (2026: 3 Prozent; 2022: 5,9 Prozent).
Bürgerinnen und Bürger unzufrieden mit Bundeskanzler Friedrich Merz
Insgesamt sei der traditionelle Landesbonus für die CDU in NRW zwar nach wie vor spürbar und auch in den Zahlen zu erkennen, meint Forsa-Gründer Manfred Güllner gegenüber dem "Kölner Stadt-Anzeiger".
"Dieser Bonus kann aber nicht mehr kompensieren, was die CDU durch den Parteivorsitzenden und Kanzler Friedrich Merz an Potenzial verloren geht", schlägt Güllner Alarm. So würden sich insgesamt 87 Prozent der Befragten unzufrieden mit der Arbeit des 70-Jährigen zeigen, während nur noch 11 Prozent sein Schaffen positiv sehen.
"Von Merz wissen wir seit 20 Jahren, dass sich seine Sympathiewerte immer am unteren Ende des Politiker-Rankings bewegen. Schon Anfang der 2000er-Jahre konkurrierte er hier mit dem FDP-Politiker Jürgen Mölleman um die rote Laterne. […] Vielen war er schon damals unsympathisch. Das setzt sich fort und verhärtet sich - überspitzt gesagt - mit jedem Auftritt", ordnet der Forsa-Gründer ein.
Ganz anders sieht es derweil bei Merz-Parteikollege Hendrik Wüst aus: Der NRW-Ministerpräsident kommt laut Forsa auf stabil hohe Werte (46 Prozent zufrieden; 37 Prozent unzufrieden).
Für die aktuelle Umfrage hat Forsa 1030 Wahlberechtigte aus NRW zwischen dem 7. und 18. September befragt.
Titelfoto: Bildmontage: Christoph Reichwein/dpa, Oliver Berg/dpa

