Von Frank Christiansen
Köln - Wird es bald dunkel in Nordrhein-Westfalen? Nach Ansicht von Energieökonomen könnte das Land in den Wintern 2031 und 2032 Probleme mit der Stromversorgung bekommen, wenn die geplanten Gaskraftwerke bis dahin nicht am Netz sind.
Hintergrund dazu ist der Plan von NRW, bis 2030 aus der besonders klimaschädlichen Braunkohle-Verstromung auszusteigen.
"Der Ausstieg kann meines Erachtens nicht funktionieren, wenn wir nicht riskieren wollen, dass die Versorgungssicherheit leidet und die Strompreise weiter steigen", sagte Manuel Frondel, Energieökonom am RWI - Leibniz-Institut in Essen, dem WDR und dem "Kölner Stadt-Anzeiger".
Frondel rechnet zudem damit, dass der Beschluss zum vorgezogenen Kohleausstieg noch gekippt wird.
Die Praxis werde dafür sorgen, dass die Kohlekraftwerke nicht 2030 abgeschaltet werden. Niemand wolle Stromknappheiten und explodierende Strompreise riskieren.
Zumal der Zeitplan ins Wanken geraten ist, weil der Ausbau der ersatzweise geplanten Gaskraftwerke stockt. Die Kraftwerke könnten erst rund zwei Jahre nach dem geplanten Kohle-Aus ans Netz gehen, so Frondel.
Skeptisch ist auch der Bochumer Energieökonom Andreas Löschel, Berater von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (53, CDU). Nach den Ausschreibungen für die Reserve-Gaskraftwerke werde man genau hinschauen müssen, wie die Versorgungssicherheit in den Wintern 2031 und 2032 aussehe. Löschel rät der schwarz-grünen NRW-Landesregierung, ihr Vorgehen zu überdenken.