Zu wenig Regen in NRW: So dramatisch ist die Wasser-Bilanz

Von Carsten Linnhoff

Duisburg - Die lange Trockenperiode mit zu wenig Niederschlag im Sommer bestimmt die Bilanz der Wasserwirtschaft in Nordrhein-Westfalen für die vergangenen zwölf Monate.

Die anhaltende Trockenheit hat in NRW deutliche Spuren hinterlassen: Zahlreiche Gewässer wie der Rhein in Köln führten zuletzt ungewöhnlich wenig Wasser.  © Oliver Berg/dpa

Nach Angaben des Landesamtes für Natur, Umwelt und Klima (LANUK) ist in dem Zeitraum im Durchschnitt 147 Liter weniger pro Quadratmeter Regen gefallen als im langjährigen Mittel. Das ist laut Mitteilung ein Minus von 17,3 Prozent.

Nur in den Monaten Februar und Mai 2026 gab es demnach überdurchschnittliche Regenmengen, die das Gesamtdefizit aber nicht ausgleichen konnten. "Der Wasserhaushalt war wieder von Extremen geprägt. In diesem Jahr haben uns Hitze und Dürre stark beschäftigt, in anderen Jahren waren es Starkregen und Hochwasser", sagt LANUK-Präsidentin Elke Reichert zur Bilanz.

Einige Talsperren seien ungewöhnlich schnell abgesunken, weil aus den Einzugsgebieten der Flüsse deutlich weniger Wasser zufließen konnte. 

Nordrhein-Westfalen Neue Gaskraftwerke für NRW: Stromkunden sollen die Zeche zahlen

Ende September haben laut Landesamt 187 von 218 ausgewerteten Pegeln Niedrigwasser angezeigt. In den Sommermonaten war mit 149 Litern pro Quadratmeter 38 Prozent weniger Regen gefallen als im Mittel der Jahre 1961 bis 1990. Dazu lagen die Temperaturen um 3,2 Grad höher als im Vergleichszeitraum.

Anzeige

"Die höheren Temperaturen führen dazu, dass die ohnehin geringen Niederschläge noch schneller verdunsten. Das Wasser fehlt deshalb in Böden und Gewässern", sagt Reichert laut Mitteilung.

Mehr zum Thema Nordrhein-Westfalen: