Deutschland - Die Adventszeit ist da und damit Glühwein buchstäblich wieder in aller Munde. Doch was gehört rein und was nicht? Und wer hat den heißen Winterwein eigentlich erfunden? Hier erfahrt Ihr es.
Wer hat den Glühwein erfunden? Ganz klar ist das nicht. Das erste überlieferte Glühweinrezept stammt aus Sachsen.
Zumindest hielt es der Historiker August Raugraf von Wackerbarth (1770-1850) am 11. Dezember 1834 schriftlich fest. Darin wurde der Rotwein mit Zimt, Ingwer, Anis, Granatapfel, Muskatnuss, Kardamom und Safran gewürzt sowie mit Zucker oder Honig gesüßt.
Die Anfänge des Glühweins reichen aber noch viel weiter zurück.
So kannten bereits die Römer einen Gewürzwein namens "Conditum Pradoxum", der mit Honig und Gewürzen wie Zimt, Lorbeer, Sternanis, Koriander oder Thymian eingekocht wurde.
Auch im Mittelalter und der Renaissance kannte man einen gewürzten Rotwein, Hypocras genannt, der kalt und warm genossen wurde.
Glühwein, wie wir ihn heute kennen, stellte erstmals 1956 Rudolf Kunzmann in seiner Augsburger Weinkellerei her und füllte ihn in Flaschen ab. Funfact: Zu jener Zeit war es nicht erlaubt, Wein mit Zucker und Gewürzen zu mischen. Deshalb musste Kunzmann mehrere Strafen zahlen.
Erst Ende der 1950er-Jahre wurde Glühwein dann legalisiert.
Was gehört in den Glühwein und was nicht?
Was dem Bier das Reinheitsgebot, ist dem Wein das deutsche Weingesetz.
Demnach gilt Glühwein als ein "aromatisiertes, weinhaltiges Getränk" und darf nur aus Rot-, Weiß- oder Roséwein hergestellt werden.
Außerdem darf Glühwein gesüßt und gewürzt werden.
Verboten ist der Zusatz von Alkohol, Wasser und Farbstoffen. Der Alkoholgehalt darf sich zwischen 7 und 14,5 Volumenprozent bewegen - nicht mehr und nicht weniger. Für die Vermarktung als "Deutscher Glühwein" müssen zudem alle Grunderzeugnisse aus Deutschland stammen.
Auch alkoholfreier Glühwein ist zunehmend gefragt. Offiziell darf er sich so aber nicht nennen.
Die korrekte Bezeichnung lautet umständlich: "aromatisiertes Getränk aus alkoholfreiem Rot- oder Weißwein".
Glühwein selber machen
Zutaten: 1 Liter trockener Rotwein, eine Bio-Orange, 4 Gewürznelken, 2 Zimtstangen, 1 Sternanis, 2-3 EL Zucker oder Honig
So geht's: Die Orange in Scheiben schneiden. Dann den Rotwein erhitzen. Wichtig: Nicht kochen! Sonst verdampft der Alkohol. Dabei die restlichen Zutaten zugeben. Ist der Glühwein heiß, die Platte ausschalten und eine Stunde ziehen lassen.
Zum Verzehr nochmals erhitzen. Wohl bekomm's!