Polizei bewacht Brennpunktschule teils mit Maschinenpistolen: Jetzt greift die Schulaufsicht durch
Von Bernd Glebe
Ludwigshafen/Mainz - Die Konflikte wabern schon länger, die Polizei zeigte zeitweise täglich Präsenz auf dem Schulhof: Nun zieht die Schulaufsicht bei der in die Schlagzeilen geratenen Karolina-Burger-Realschule plus in Ludwigshafen die Notbremse.
Da trotz längerer, engmaschiger Begleitung mit zahlreichen Gesprächen und Supervisions-Angeboten die Konflikte in der Schule nicht überwunden und keine tragfähigen Strukturen entwickelt wurden, werde es eine Neuaufstellung der Schulleitung geben, kündigte eine Sprecherin des Bildungsministeriums in Mainz an.
Das Maßnahmenpaket zur Neuaufstellung umfasst demnach zudem eine weiterhin engmaschige Begleitung des dann neuen Kollegiums durch die Schulaufsicht ADD, verbindliche Supervisions- und Unterstützungsangebote sowie organisatorische Maßnahmen zur Stärkung einer verlässlichen Zusammenarbeit.
Die Gespräche zu den personellen Veränderungen seien derzeit noch nicht abgeschlossen. Die Realschule in der zweitgrößten Stadt in Rheinland-Pfalz war wiederholt wegen Polizeieinsätzen in die Schlagzeilen geraten.
Im Januar war an drei Tagen in Folge Reizgas versprüht worden, im vergangenen Oktober kam es zu einem Großeinsatz der Polizei. Im Mai 2025 soll eine Schülerin mit einem Messer eine Lehrerin attackiert haben.
Bildungsministerin will Neustart
Die Polizei zeigte nach den Gewaltvorfällen seit Ende Januar regelmäßig Präsenz auf dem Schulgelände. Gegen den Leiter der Schule waren Dienstaufsichtsbeschwerden erhoben worden.
Zum Beginn des neuen Schuljahrs sollen sich nach Angaben der Schulaufsicht 18 der insgesamt 56 Lehrkräfte krankgemeldet haben.
Nach Ansicht von Bildungsministerin Ute Eiling-Hütig (58, CDU) darf sich das Land nicht damit zufriedengeben, Konflikte weiter zu verwalten, sondern müsse an diesem Punkt die Verantwortung für die Entwicklung der Schule übernehmen und Lösungen ermöglichen. Dafür brauche es einen Neustart.
Ziel sei es, Konfliktlagen aufzulösen und den Blick wieder auf das zu richten, worauf es ankommt: Gute Bildung, erfolgreiche pädagogische Arbeit und verlässliche Zusammenarbeit mit Fokus auf Schülerinnen und Schüler.
Titelfoto: Montage: Uwe Anspach/dpa, Helmut Fricke/dpa

