300 Retter trainieren 24 Stunden den Ernstfall: Übung simuliert Angriff auf die Nato
Annaburg - Hunderte Einsatzkräfte probten am Wochenende in der Annaburger Heide für den Notfall. Die 24-Stunden-Übung auf dem Truppenübungsplatz im Dreiländereck von Sachsen-Anhalt, Sachsen und Brandenburg verlangte den Beteiligten dabei alles ab.
Das Drehbuch für die XXL-Übung mit dem Titel "Schwebender Adler": ein fiktiver Angriff auf einen östlichen Nato-Partner der Bundesrepublik und ein damit einhergehender Massenanfall von Verletzten, die auch nach Deutschland verlegt und anschließend in Krankenhäusern der Regionen vor Ort behandelt werden.
Unter der Federführung der Branddirektion Leipzig stellten sich die Johanniter gemeinsam mit dem ASB, dem DRK, den Maltesern und weiteren Partnern erstmals diesem heftigen Szenario.
Insgesamt waren 300 Einsatzkräfte aus Dresden, Chemnitz, Leipzig, Wittenberg und Magdeburg, sowie 68 Fahrzeuge und 80 Verletztendarsteller beteiligt. Allein die Johanniter rückten mit 36 Rettern und 16 Fahrzeugen an.
Insgesamt leisteten die Beteiligten mehr als 10.000 ehrenamtliche Stunden für das Mammut-Projekt.
Szenario simuliert Angriff auf Nato-Partner im Osten
Eine besondere Herausforderung folgte mitten in der Nacht: Erstmals wurde bei einem solchen Ernstfall-Szenario der fliegende Wechsel im laufenden Betrieb erprobt. Die vollständige Übergabe eines Behandlungsplatzes an eine Nachfolgeschicht wurde dabei sogar wissenschaftlich von der Uniklinik Leipzig begleitet.
"Eine Schichtübergabe unter Einsatzbedingungen ist medizinisch und organisatorisch hochkomplex", erklärte Dr. Peter Appelt, medizinischer Leiter der 23. Medizinischen Task Force Leipzig und Intensivmediziner an der Uniklinik der Messestadt.
"Diese Übung liefert uns erstmals belastbare Erkenntnisse – nicht nur für unsere Task Force, sondern für den gesamten Bevölkerungsschutz in Deutschland", sagte Appelt. Die Erkenntnisse des Szenarios sollen daher direkt in die Weiterentwicklung von Einsatzstandards fließen.
Titelfoto: Sebastian Willnow/dpa
