AfD oder Demokratie? Neue Studie zeigt, wie gespalten der Osten vor der Landtagswahl ist

Magdeburg - Wenige Tage vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt zeigt eine neue Studie die große Sorge um die Demokratie in Ostdeutschland. Dennoch gehen die Meinungen über den Einfluss der AfD auf die Demokratie weit auseinander.

Viele Befragte rechnen damit, dass die AfD nach den Landtagswahlen weiter an Bedeutung gewinnen wird.  © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

71 Prozent der Ostdeutschen sehen die Demokratie in Deutschland nach einer repräsentativen Befragung von YouGov und dem SINUS-Institut in Gefahr. Im Westen sind es 66 Prozent.

Auch mit Blick auf die Zukunft herrscht Skepsis: Fast die Hälfte der Befragten im Osten (46 Prozent) erwartet, dass die Demokratie in den kommenden zehn Jahren schlechter funktionieren wird.

Deutlich wird die Spaltung bei der Bewertung der AfD. 46 Prozent der Ostdeutschen sehen deren Einfluss auf die Demokratie negativ. 43 Prozent bewerten ihn hingegen positiv.

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Im Westen ist das Urteil deutlich eindeutiger: Dort sehen 61 Prozent den Einfluss der AfD negativ, nur 29 Prozent positiv.

"Bürgerinnen und Bürger glauben, dass die Demokratie immer schlechter funktioniert", sagt Frieder Schmid, Account Director Political Research bei YouGov. Für fast die Hälfte sei die AfD ein Hebel, daran etwas zu ändern.

Gleichzeitig rechnen viele Befragte damit, dass die AfD nach den Landtagswahlen weiter an Bedeutung gewinnen wird.

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AfD gewinnt weiter an Bedeutung

67 Prozent der Ostdeutschen sind der Ansicht, dass es im Grunde egal sei, was andere Parteien tun, da die AfD weiter an Bedeutung gewinnen wird. Im Westen teilen 62 Prozent diese Einschätzung. Dass die AfD nach den Wahlen im September 2026 erstmals einen Ministerpräsidenten stellen wird, erwarten 43 Prozent der Ostdeutschen.

Einen AfD-Ministerpräsidenten wünschen sich 35 Prozent. Im Westen liegen die Werte bei 38 beziehungsweise 25 Prozent. Die Studie zeigt zudem, dass die Unzufriedenheit mit der Demokratie nicht ausschließlich mit der AfD zusammenhängt.

Fast die Hälfte der Ostdeutschen (48 Prozent) findet, dass die Demokratie vor zehn Jahren besser funktioniert habe als heute.

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Ost und West bei Sorge um Demokratie ähnlich

Am 6. September sind die Menschen in Sachsen-Anhalt zur Landtagswahl aufgerufen.  © Matthias Bein/dpa

Trotz der Unterschiede zwischen Ost und West gibt es auch Gemeinsamkeiten.

Mehr als drei Viertel der Befragten sind überzeugt, dass der ständige Vergleich zwischen Ost und West die Menschen in Deutschland auseinandertreibt.

Im Osten stimmen dieser Aussage 82 Prozent zu, im Westen 75 Prozent.

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"Gleiche Milieus in Ost und West ticken ähnlicher als verschiedene Milieus aus derselben Region", sagt Dr. Silke Borgstedt, Geschäftsführerin des SINUS-Instituts.

Die Unterschiede zwischen Ost und West seien demnach häufig Unterschiede zwischen verschiedenen Lebenswelten und nicht allein regional bedingt.

Auch die Sorge vor politischen Extremen ist verbreitet. Im Osten sehen 55 Prozent eine Gefahr von rechts, im Westen sind es 63 Prozent. Eine Gefahr von links sehen 51 Prozent der Ostdeutschen und 50 Prozent der Westdeutschen.

Für die Studie wurden im Zeitraum vom 23. Juni bis 3. Juli insgesamt 3144 Menschen befragt. Die Ergebnisse wurden für Ost- und Westdeutschland getrennt erhoben und gewichtet.

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